{"id":745,"date":"2022-07-03T11:33:34","date_gmt":"2022-07-03T09:33:34","guid":{"rendered":"https:\/\/famfl.de\/famfl\/?page_id=745"},"modified":"2022-07-03T11:41:51","modified_gmt":"2022-07-03T09:41:51","slug":"h-i","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/famfl.de\/famfl\/forschung\/tipps\/begriffe\/h-i\/","title":{"rendered":"H &#8211; I"},"content":{"rendered":"\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">H<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br><strong>Habern<\/strong><br>Hafer.<br><br><strong>Hadern<\/strong><br>Schulden machen.<br><br><strong>Hadersleben \/ Haderslev<\/strong><br>Mittelalterlich d\u00e4nische Hafenstadt in Nordschleswig an der Haderslebener F\u00f6rde. Einst war sie die n\u00f6rdlichste Stadt des Herzogtums Schleswig. Seit Gr\u00fcndung im Hochmittelalter war Hadersleben Teil des Herzogtums Schleswig und geh\u00f6rte von 1867 bis 1920 zu Preu\u00dfen. Erste Erw\u00e4hnung fand Hadersleben vor 1200.<br>1241 erhielt Hadersleben die Marktgerechtigkeit (s.d.) Im Krieg zwischen K\u00f6nig Erich IV. von D\u00e4nemark und Herzog Abel von Schleswig wurde Hadersleben 1247 total niedergebrannt. Wieder aufgebaut erhielt die Stadt 1292 Stadtrecht.<br>Im Mittelalter geh\u00f6rte Hadersleben zu den wohlhabendsten Regionen.<br>1624 wurde Hadersleben von einer erneuten Feuersbrunst heimgesucht. Auch unter den Kriegen des 17. Jh. hatte Hadersleben zu leiden.<br>1920 bei der Volksabstimmung stimmen 60 % der Haderslebener f\u00fcr den Anschluss an D\u00e4nemark.<br><br><strong>Haithabu<\/strong><br>D\u00e4nisch Hedeby. &#8222;Troja des Nordens&#8220;. Erste mittelalterliche Stadt in Nordeuropa nahe dem heutigen Schleswig am Haddebyer Noor gelegen. Bedeutendster Handelsplatz des Nordens und Hauptumschlagplatz f\u00fcr den Handel zwischen Skandinavien, dem Baltikum und dem Nordseeraum. Sp\u00e4testens um 770 wurde Haithabu gegr\u00fcndet. Sie ging auf den D\u00e4nenk\u00f6nig G\u00f6ttrick zur\u00fcck.<br>Sp\u00e4ter wurde Haithabu in das Danewerk (s. d.) eingebunden. Vom 9. bis 10. Jh. hatte Haitabu etwa 1000 Bewohner und war damit eine gro\u00dfe Stadt in der auch M\u00fcnzen gepr\u00e4gt wurden. Seinen H\u00f6hepunkt erreichte Haitabu im 10. Jh. mit 1500 Bewohnern. Der von J\u00fctland nach Hamburg und weiter nach S\u00fcden gehende Ochsenweg (s. d.) auch Heerweg genannt spielte eine bedeutende Rolle.<br>948 wurde Haithabu Bischofssitz, nachdem schon um 850 die erste christliche Kirche errichtet wurde.<br>Ein neun Meter hoher Wall mit Palisaden sch\u00fctzte Haitabu, konnte aber Zerst\u00f6rungen durch Harald Hardrada im Jahr 1050 und sp\u00e4ter durch die Westslawen 1066 nicht verhindern. Haitabu wurde 1066 in Schutt und Asche gelegt nicht wieder aufgebaut.<br><br><strong>Hallig<\/strong><br>1) Kleine nicht eingedeichte Insel im nordfriesischen Wattenmeer an der Nordseek\u00fcste Schleswig-Holsteins die bei Hochwasser bis auf die Warften (s. d.) total \u00fcberschwemmt werden (Landunter s. d.). Sie sind meist Reste untergegangenen ehemaligen Festlandes.<br>Die Landfl\u00e4che der Halligen liegt etwa 1 m \u00fcber dem mittleren Hochwasser (NN = Normal Null).<br>In der Fr\u00fchzeit n\u00e4hrten sich Halligbewohner vom Torfabbau und der Salzsiederei (s. u. Friesensalz). 1515 wurde der Salzabbau auf den Halligen verboten.<br>Halligboden konnte kein S\u00fc\u00dfwasser speichern. Daher erfolgte die Versorgung fr\u00fcher nur mit aufgefangenem Regenwasser.<br>Es gab zehn Halligen: Langene\u00df, Hooge, Gr\u00f6de, Nordstrandischmoor, Oland, S\u00fcderoog, S\u00fcdfall, Hamburger Hallig, Norderoog, Habel. Einige fr\u00fcher bestehende Halligen gingen unter oder wurden durch Eindeichung von K\u00f6gen zu Festland.<br>In D\u00e4nemark gibt es nur noch die Hallig Langli. Jordsand und Mand\u00f6 wurden eingedeicht und verloren den Status einer Hallig.<br>2) Im 16. Jahrhundert wurde mit &#8222;Hallig&#8220; allgemein das h\u00e4ufig \u00fcberflutete Vorland bezeichnet.<br><br><strong>Halsbr\u00e4une \/ Rachenbr\u00e4une<\/strong><br>Diphtherie. 1870 und auch im Winter 1894\/95 gab es in Angeln schwere Diphtherie-Epidemien.<br><br><strong>Halseisen<\/strong><br>Halsfessel aus zwei halbkreisf\u00f6rmigen Eisen, die Gefangenen (Leibeigenen) zur Strafe um den Hals gelegt und verschlossen wurden. Meistens zur Fesselung an den Pranger (s. d.)<br>Sehr h\u00e4ufig war das Halseisen eine Kirchenstrafe und viele Pranger und Halseisen befanden sich bei Kirchen.<br>Hartn\u00e4ckige Verweigerer des Heiligen Abendmahls z. B., oder wenn jemand zum Aberglauben, Zeichendeuten u. a. Handlungen Anla\u00df bot, wurden von kirchlicher Seite auch an den Kirchen ins Halseisen gelegt. In der Sabbatordnung von 1736 war dieses ausdr\u00fccklich festgelegt.<br><br><strong>Handtruschiften<\/strong><br>Das Wechseln der Ringe als Verlobungshandlung.<br><br>Hand- und Spanndienste<br>Verpflichtung zu k\u00f6rperlicher Arbeit f\u00fcr einen Herrscher oder Grundherrn. Sie konnten allgemein als Frondienste bezeichnet werden. Bei Spanndiensten mussten auch noch Pferde oder Zugtiere zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Sie stellten f\u00fcr diejenigen, welche sie leisten mussten eine erhebliche Plage dar, denn sie wurden fast nur spontan ohne Vorank\u00fcndigung gefordert und brachten fast jede Planung der Hufner durcheinander.<br>Nachteilig f\u00fcr die spanndienstpflichtigen Bauern war das sehr ung\u00fcnstige Verh\u00e4ltnis auf ihren H\u00f6fen von Pferden zu K\u00fchen. Durch die Spanndienstpflicht mussten zu viele Pferde gehalten werden. Erst die Aufhebung f\u00fchrte zu mehr K\u00fchen und damit zu einer Verbesserung der Einkommen.<br><br><strong>Hanf<\/strong><br>\u00c4lteste Kulturpflanze. Sie war eine wichtige Faserpflanze, Heil- und \u00d6lpflanze und sp\u00e4ter auch Drogenpflanze.<br>Aus Hanf waren die ersten Sehnen f\u00fcr B\u00f6gen, weil sie gro\u00dfe Zugkr\u00e4fte aushielten. Pfeil und Bogen w\u00e4ren in der Fr\u00fchzeit ohne Hanf nicht m\u00f6glich gewesen. Im 13. Jh. war Hanf das wichtigste Ausgangsprodukt f\u00fcr die Papierherstellung. Gutenberg druckte 1455 seine ber\u00fchmte Bibel auf Hanfpapier ebenso wie die amerikanische Unabh\u00e4ngigkeitserkl\u00e4rung 1776 auf Hanfpapier geschrieben wurde.<br>Im Norden war Hanf f\u00fcr die Herstellung von Segeltuch in der Schifffahrt von Bedeutung, da es gegen Salzwasser unempfindlicher war als Baumwolle und auch weniger Wasser aufnahm, was zu Mastbr\u00fcchen gef\u00fchrt h\u00e4tte. Auch in Seilereien wurde Hanf verwendet. Aus geflochtenen Hanffasern machten sich unsere Vorfahren auch Dochte f\u00fcr ihre Talglichte (s. d.).<br><br><strong>Hannemann \/ Hannem\u00e4nner<\/strong><br>Schimpfwort der deutsch gesinnten Bev\u00f6lkerung w\u00e4hrend der Erhebungszeit (s. d.) f\u00fcr die D\u00e4nen.<br><br><strong>Hanse<\/strong><br>Erste Anf\u00e4nge gehen ins 13. Jh. zur\u00fcck. 1356 fand der erste Hansetag statt. Um 1400 schlossen sich etwa 100 St\u00e4dte zu einem St\u00e4dtebund, der Hanse, zusammen. Die Kaufleute dieser St\u00e4dte wollten sich gegenseitig helfen und gemeinsam handeln gegen die m\u00e4chtigen F\u00fcrsten, gegen die Seer\u00e4uber und bei ihren Handelsbeziehungen im Ausland.<br>Die Hanse war auf wirtschaftlichem, kulturellem und politischem Gebiet ein wichtiger Faktor.<br>1518 wurde Kiel aus der Hanse ausgeschlossen.<br>Schon um 1630 zeigten sich Aufl\u00f6sungserscheinungen. Die Hanse fand um 1700 ihren Niedergang. 1699 war der letzte Hansetag.<br><br><strong>Hanseatische Yachtschule Gl\u00fccksburg<\/strong><br>1925 gegr\u00fcndete \u00e4lteste, traditionsreichste und gr\u00f6\u00dfte Yachtschule Deutschlands an der Flensburger F\u00f6rde gelegen.<br>J\u00e4hrlich werden etwa 2.500 Segler ausgebildet.<br>Harde \/ d\u00e4n. Herred<br>Nordgermanisches Wort. Kleinste Verwaltungseinheit nach dem Ende der Wikingerzeit.<br>Angeln war urspr\u00fcnglich in vier Harden eingeteilt: Husbyharde im Nordwesten; Uggelharde im Mittelwesten; Struxdorfharde in der s\u00fcdlichen Mitte; Schlie\u00dfharde im S\u00fcden der Schlei. 1200 kam die Nieharde (Neue Harde) im Osten dazu.<br>Ursprung der Harden:<br>1) Bei den Wikingern Heer- oder Hundertschaft (berittene Kriegsschar). Sie mussten ein Schiff ausr\u00fcsten und bemannen k\u00f6nnen.<br>2) Sp\u00e4ter wurde das Wort auf den Bezirk angewendet. Aus dem vorherigen abgeleitet bestand eine Harde (Heerbezirk) etwa aus 100 Hof- und Hausstellen. Die bestehenden D\u00f6rfer bildeten eine Harde. Die eigentliche Verwaltung lag in den H\u00e4nden der Harde. Eine Harde bestand aus mehreren Kirchspielen. Ein Kirchspiel bestand aus mehreren D\u00f6rfern. Die Harden-Aufteilung stammte aus dem 10. Jahrhundert und beruhte auf einer milit\u00e4rischen Gliederung des Landes. Die Harde war der unterste Verwaltungs- und Gerichtsbezirk. Mehrere Harden bildeten ein Amt (s. d.)<br>Den Harden \u00fcbergeordnet waren die Syssel (s. d.)<br>Ab dem 16. Jh. ging immer mehr Grundeigentum in harden-fremde H\u00e4nde wie dem des Domkapitels und adeliger Grundherren mit eigener Rechtsprechung. Auch solche Gebiete wurden sp\u00e4ter als Harden bezeichnet.<br>1702 entstand die F\u00fcssingharde die sich bald mit der Schliesharde vereinigte, 1771 die Satrupharde; 1777 die Mohrkirchharde, 1779 die Munkbrarupharde und 1853 die Kappelharde.<br>An der Spitze der Harde stand der Hardesvogt (s. d.).<br>Die Harde war auch Gerichtsbezirk.<br><br><strong>Harder<\/strong><br>Hirte.<br><br><strong>Hardesvogt<\/strong><br>Die Verwaltung einer Harde oblag dem Hardesvogt. Anfangs ging er aus dem Bauernstand hervor. In ihrer Besoldung waren sie den Landpastoren gleichgestellt. Ab dem 17. Jh. war der Hardesvogt ein studierter Jurist mit h\u00f6herem Einkommen.<br>In seiner Hand lagen der Steuereinzug, die Polizeigewalt und die Gerichtsbarkeit der Harde. Der Hardesvogt wurde im Namen des K\u00f6nigs berufen. Er unterstand dem K\u00f6niglichen Amtmann. Das Amt wurde h\u00e4ufig vom Vater auf den Sohn \u00fcbertragen. Ihm zur Seite standen acht Sandm\u00e4nner und die Rechensm\u00e4nner.<br>Ab 1805 durften Hardesv\u00f6gte eine Uniform tragen: Carmosinroter Rock mit \u00dcberschlag und Unterfutter der selben Farbe, glatte vergoldete Kn\u00f6pfe, gr\u00fcner Kragen und Aufschl\u00e4ge mit goldener Tresse; gelbbe tuchene Westen und Beinkleider mit vergoldeten Kn\u00f6pfen, zwei Epauletten; dreieckiger Hut mit schwarzer Kokarde und goldener Krempe.<br><br><strong>H\u00e4uerling<\/strong><br>(von heuern = mieten) P\u00e4chter ohne Eigenbesitz. (s u. Insten)<br><br><strong>Haubarg<\/strong><br>(von Heuberg) Typisches Bauernhaus auf der Insel Eiderstedt. Kam sp\u00e4testens im 16. Jh. mit westfriesischen Einwanderern, die den Bautyp des Gulfhauses (Fachwerk in St\u00e4nderbauweise) mitbrachten, der urspr\u00fcnglich aus dem s\u00fcdenglischen Cornwell stammte.<br>Haubarg bezeichnet eine St\u00e4tte zum Bergen von Heu. In einem Haubarg leben Menschen und Tiere in getrennten R\u00e4umen unter einem Dach.<br>Vier bis zehn St\u00e4nder (Holzbalken) tragen Boden und Dach. Selbst wenn die Wasser der Sturmfluten die W\u00e4nde eindr\u00fcckten blieben B\u00f6den und D\u00e4cher erhalten. Ein weiteres Merkmal des Haubargs war das 15 &#8211; 20 m hohe mit Reet gedeckte Dach. Bis zur Entstehung der Deiche wurden Haubarge auf Warften (s. d.) gebaut.<br>1860 gab es in Nordfriesland noch 360 Haubarge, 2008 waren nur noch etwa 100 erhalten. Bekanntester historischer Haubarg ist der &#8222;Rote Haubarg&#8220; mit 99 Fenstern bei Witzwort.<br><br><strong>Hausbau<\/strong>, d\u00f6rflicher &#8230;<br>Beim Hausbau, egal aus welchem Anla\u00df ob Neubau oder nach Feuer oder Naturkatastrophen, half das ganze Dorf. Die Bauern des Dorfdrittels in dem der Bau stattfand, leisteten je Pferd eine Fuhre und die anderen Dorfbauern mindestens eine Fuhre. Sie holten alles Material das zum Hausbau gebraucht wurde und legten auch beim Aufbau selbst Hand an.<br>F\u00fcr eine Vollbauernstelle (Volle Hufe) mussten 100 Eichen gef\u00e4llt werden.<br>Zum Richtfest waren alle geladen und es mangelte den ganzen Tag nicht an Essen und Trinken.<br>War ein Haus abgebrannt, musste jeder Besitzer im Dorf wenigstens einen Mann mit Hacke, Schaufel und Spaten zum Aufr\u00e4umen stellen. N\u00f6tigenfalls auch noch ein Fuhrwerk.<br>Siehe auch unter Holz.<br><br><strong>hausen<\/strong><br>Herberge nehmen.<br><br><strong>Hausgenosse<\/strong><br>Zugeh\u00f6riger zu einer Hausgemeinschaft (Volksz\u00e4hlung).<br><br><strong>Hausierer<\/strong><br>Von Haus zu Haus ziehende H\u00e4ndler. Unsere Vorfahren kauften alle Utensilien wie Garn, Zwirn, Band, Kn\u00f6pfe, Nadeln und dergleichen beim Hausierer. F\u00fcr fast alle Warengruppen gab es spezielle Hausierer, die ihre Waren in K\u00f6rben trugen oder auf Handkarren transportierten.<br>Das Wort Hausierer galt lange Zeit auch f\u00fcr wandernde Kesselflicker und Scherenschleifer.<br>H\u00e4ufig entstammten Hausierer ethnischen Minderheiten wie Juden und Zigeunern. Sie waren fester Bestandteil der l\u00e4ndlichen Sozialstruktur und man erwartete mit Freude ihr Kommen. Neben dem Verkauf ihrer Waren brachten sie Neue Nachrichten und Informationen ins Dorf.<br>Neben den Hausierern fuhren die &#8222;Sammler&#8220; durch die D\u00f6rfer, die Pl\u00fcnnen (Lumpen), Knochen, Alteisen und Papier sammelten. Das Wort Recycling war noch nicht erfunden, aber recycelt wurde alles.<br><br><strong>Hauskopulation<\/strong><br>Trauung im eigenen Haus als Abweichung der \u00fcblichen Form in der Kirche zu heiraten. F\u00fcr die Erlaubnis dazu mussten Geb\u00fchren an die Kirche oder Obrigkeit gezahlt werden. Hauskopulationen waren vom \u00f6ffentlichen Aufgebot in der Kirche befreit. Sie befreite auch vom \u00f6ffentlichen Verl\u00f6bnis, von der dreimaligen Proklamation im Gottesdienst vor der Trauung. Es musste aber von den Brautleuten eine eidesstattliche Versicherung abgegeben werden, dass sie sich nirgends an eine andere Eheberedung eingelassen h\u00e4tten.<br>Ab 1800 nehmen Hauskopulationen zu, weil man in 2. und 3. Ehen nicht so viel Aufhebens machen wollte. Gr\u00fcnde waren auch voreheliche Schwangerschaften und die Abwesenheit von Schiffern, Soldaten usw.<br>1885 betrug die Geb\u00fchr f\u00fcr eine Hauskopulation 200 Mark.<br>(siehe auch unter Dispensation)<br><br>H<strong>ausmann\/ Hau\u00dfwirth<\/strong>.<br>Hausbesitzer. Bei der Volksz\u00e4hlung 1803 Bezeichnung f\u00fcr Hufner.<br><br><strong>Hausmarken<\/strong><br>Urspr\u00fcnglicher Zweck der Hausmarke war es das Vieh auf der Allmende (Gemeinschaftsweide) mit einem eigenen Zeichen zu versehen, um es nach der Weidezeit wieder erkennen zu k\u00f6nnen. Die Zeichen wurden dem Vieh mit der Schere ins Fell geschnitten oder gebrannt. Aber nicht nur das Vieh, auch alle Ger\u00e4te, Wagen und Handwerkszeug wurde mit dieser Hausmarke versehen. Wechselten die Besitzer auf den H\u00f6fen, so wechselten in der Regel auch die Hausmarken. H\u00e4ufig wurden die Hausmarken auch in Siegeln verwendet.<br>Erste Hausmarken entstanden aus Runen. Sp\u00e4ter entwickelten sich auch Wappen aus den Hausmarken.<br>Im 18. Jh. verschwand die Hausmarke mehr und mehr. W\u00e4hrend die Hausmarke Jahrhunderte \u00fcberdauerte, waren die b\u00e4uerlichen Wappen nur eine Angelegenheit der Renaissance und des Barocks und verschwanden dann wieder.<br><br><strong>Hebammen \/ Hebammenwesen<\/strong><br>Die S\u00e4uglingssterblichkeit war fr\u00fcher sehr hoch. Hebammen waren kaum ausgebildet und machten viele Fehler. Bereits 1746 gab es K\u00f6nigliche Weisung Wandel zu schaffen und Hebammen zu examinieren. Davon wurde aber kaum Gebrauch gemacht.<br>Niedergekommene Frauen bedienten sich der &#8222;Alten Weiber&#8220;. Jedes alte Weib konnte dieser T\u00e4tigkeit nachgehen und sich ein paar Mark verdienen.<br>1752 gab es in Tondern die erste Hebammenverordnung. Erreicht werden sollte neben einer Ausbildung und Examinierung eine geregelte Bezahlung die es einer Hebamme erlaubte von Entbindungen zu leben. Sie sollten &#8222;nicht viel \u00fcber 30 Jahre alt sein&#8220;. Dar\u00fcber hinaus sollten sie gottesf\u00fcrchtig, witzig (anstellig, einf\u00fcgsam), beherzt und gesund sein und lesen und schreiben k\u00f6nnen.<br>Erfahrene Hebammen sollten Anlernlinge zu Geburten mitnehmen und unterweisen.<br>Die Berufung, Examinierung, \u00dcberwachung, Straffestsetzung der Hebammen seines Gebietes unterlag dem Amtsphysikus (Amtsarzt).<br>Das Einkommen wurde wie folgt geregelt:<br>Vor jeder Hochzeit sandte die Braut der Hebamme einen Taler. Die Quittung musste dem Pastor vor der Trauung vorgelegt wurden.<br>&#8222;F\u00fcr jedes Kind zu holen&#8220; zahlte ein Bohlsmann 2 Mark, ein K\u00e4tner 1 Mark und ein Inste 12 Schilling. V\u00f6llig verarmte zahlten ihren M\u00f6glichkeiten entsprechend noch weniger. F\u00fcr unehelich geborene Kinder musste das Doppelte bezahlt werden.<br>Bei Kindtaufen ging ein Teller um, auf dem f\u00fcr die Hebamme gesammelt wurde.<br>Dass es bei Geburten und Taufen oft arg zuging beweisen nachfolgende Anordnungen:<br>&#8222;Wenn einer Hebamme bewiesen werden konnte, dass sie bei Geburtshilfe besoffen gewesen &#8230;..&#8220;<br>&#8220; &#8230; die sch\u00e4ndliche Gewohnheit die anwesenden Frauen durch Saufen, L\u00e4rmen und allerhand Unordnungen &#8230;.&#8220;<br>&#8220; &#8230; und niemand soll sich unterstehen, aus dem freudigen Anlass mit Weyn, Meed oder Branntwein zu tractieren, vielmehr waren die Frauen nur mit kaltem oder warmem Bier und Butterbrot, in vornehmen Kreisen mit Tee und Zuckerbrot zu bewirten.&#8220;<br>1755 wurde in Flensburg eine erste Hebammenschule er\u00f6ffnet.<br><br><strong>Hebeliste<\/strong><br>\u00dcbersichten \u00fcber das Haus- und Grundeigentum der B\u00fcrger zur Erhebung der Gemeindesteuer.<br><br><strong>Hebungen und Abgaben<\/strong><br>Steuererhebung des Staates. Es folgt eine kleine Auswahl:<br>Br\u00fcchegelder = Strafgelder f\u00fcr Verbrechen wie Holzfrevel usw. Sie stellten eine nicht unerhebliche Einnahmequelle f\u00fcr die Landesherrschaft dar.<br>Chauseebaukosten = seit 1843 f\u00fcr die vom Staat gebauten bzw. \u00fcbernommenen Kunststra\u00dfen.<br>Collateralsteuer auch 4%-Steuer genannt = seit 1792 eine Erbschaftssteuer von Verwandten.<br>Erdbuchgef\u00e4lle = Grundsteuer<br>Festegelder = Bei Besitzwechsel vom Antreter (sowohl Hufner als auch K\u00e4tner) zu zahlende Steuer. Je nach Veranlagung des Besitzes nach &#8222;Mark-Goldes&#8220; waren bis zu 8 Rthl. zu entrichten.<br>Gagen- und Accidentiensteuer = seit 1788 von Beamten und Pensionisten erhoben.<br>Grund- und Benutzungssteuer = Grundsteuer nach Gr\u00f6\u00dfe und G\u00fcteklassen des Bodens.<br>Halbprozentsteuer = seit 1810 von allen Erbmassen \u00fcber 100 Reichsthaler sowie bei Immobiliaums\u00e4tzen.<br>Haussteuern = f\u00fcr alle Geb\u00e4ude in den St\u00e4dten und Flecken sowie Fabrikgeb\u00e4ude, Kr\u00fcge und M\u00fchlen.<br>Herrengelder = Grundsteuer die an die Stelle der alten Naturalentnahmen trat.<br>Kopfsteuer = eine 1762 eingef\u00fchrte au\u00dfergew\u00f6hnliche Abgabe die zur festen Steuer wurde.<br>Landtransportgelder = Abl\u00f6sung f\u00fcr Fuhrleistungen die mit 7 Schilling je Pflug f\u00fcr zei Jahre berechnet wurden.<br>Land- und Haussteuer = Grundsteuer f\u00fcr urbares Land nach der Steuertonne auf der Geest (= 260 Quadratruten) und nach Demat (= 220 Quadratruten) auf der Marsch.<br>Ordentliche und au\u00dferordentliche Kontribution (s. d.)<br>Laudemiengelder = Abgaben bei Besitzver\u00e4nderungen.<br>Pflugsteuer = Grundsteuer nach Pflugzahl.<br>Quartiergeld = war mit 4 Rthl. je Pflug zur Abdeckung der Einquartierungskosten zu zahlen.<br>Rangsteuer = wurde seit 1764 in neun Rangklassen von allen Milit\u00e4r- und Zivilpersonen erhoben.<br>St\u00e4ndekosten = seit 1837 f\u00fcr die Kosten der Provinzial-St\u00e4nde-Versammlung.<br>Strohgeld = Abl\u00f6sung f\u00fcr die Naturallieferung die ab Pflug mit 36 Schilling f\u00fcr 11\/2 Fuder zu entrichten waren.<br><br><strong>Heckkate \/ Heckk\u00e4tner<\/strong><br>Herrschaftliche, adelige Jagdgebiete waren mit Jagdz\u00e4unen (Planwerk) umgeben. Die Aus- und Eing\u00e4nge waren mit Gattern und Toren (Hecks) versehen. Die Obrigkeit baute um 1580 an diesen Hecks Katen die an K\u00e4tner verpachtet wurden. Diese hatten die Aufgabe Tag und Nacht bei Signal die Gatter zu \u00f6ffnen und zu schlie\u00dfen. Auch hatten sie die Meute (Jagdhunde) zu versorgen. Die Betreiber waren Heckk\u00e4tner. Um Gl\u00fccksburg herum wurden neun Heckkaten genannt.<br><br><strong>Hede<\/strong><br>Abfall von Flachs oder Hanf beim Hecheln. Es wurde zu Werggarn versponnen oder als Putzmittel benutzt.<br><br><strong>Heermannen \/ Herrenmannen<\/strong><br>Seit dem 900 Jh. n. Chr. Gefolgsleute des K\u00f6nigs, die ihm Rossdienst leisteten.<br>Urspr\u00fcnglich ein Heer von Mannen f\u00fcr Schutz und Verteidigung des Landes. In der Regel waren sie reichere und gr\u00f6\u00dfere Bonden. Erst mit Einzug des Herrenadels aus dem Holsteinischen wurden sie teilweise als K\u00f6nigliche Heermannen adelig. Im 15. Jh. verschwanden die Heermannen.<br>Ihre H\u00f6fe waren die sog. &#8222;Gaard&#8220;-H\u00f6fe (Augaard, Kielsgaard, Rosgaard, usw.)<br>Siehe auch unter Gaardh\u00f6fe und Gudemannen.<br><br><strong>Heerwege<\/strong><br>Von J\u00fctland kommende auf dem Geestr\u00fccken verlaufende Kriegs- und Handelswege nach Haithabu und weiter nach S\u00fcden. Tore f\u00fchrten durch die W\u00e4lle des Danewerks (s. d.).<br>Seit dem Mittelalter wurden sie haupts\u00e4chlich unter dem Namen &#8222;Ochsenweg&#8220; (s. d.) gef\u00fchrt, da auf ihnen jetzt mehr Ochsen getrieben wurden als das Krieger ihn nutzten. W\u00e4hrend aber die Ochsenwege erst seit dem 11. &#8211; 12. Jh. zum Viehtrieb genutzt wurden, wurden die Heerwege schon seit 500 vor Chr. und l\u00e4nger als solche genutzt. Richtige Triften gab es erst ab dem 15. Jh..<br>Es gab insgesamt drei Heerwege; zwei westliche und einen \u00f6stlichen Heerweg, die beide in Nord-S\u00fcd-Richtung verliefen. Sie entstanden aus Trampelpfaden der Ureinwohner.<br>Der mittelalterliche \u00f6stliche Heerweg hatte bei &#8222;Rothenkrug&#8220; nur einen Durchlass durch das Danewerk (s. d.).<br>Erste Wanderungen gab es durch die Cimbern, Teutonen und Ambronen (Bewohner Amrums), die wegen \u00dcberv\u00f6lkerung und Sturmfluten den Norden verlie\u00dfen. Auch die Auswanderung der Angeln nach England zwischen dem 4. bis 5. Jh. n. Chr. vollzog sich bis Itzehoe auf diesem Heerweg und wurde von dort mit Schiffen fortgesetzt.<br>Wittekind nutzte 784 n. Chr. den Heerweg, als er sich vor Karl dem Gro\u00dfen auf der Flucht befand. Auch K\u00f6nig G\u00f6ttrik zog 810 n. Chr. auf dem Heerweg gegen Karl den Gro\u00dfen zu Felde. Kaiser Otto I. und Otto II. nutzen 947 und 974 den Heerweg auf dem Kriegszug gegen Harald Blauzahn. Diese Aufz\u00e4hlung k\u00f6nnte beliebig fortgesetzt werden.<br>Entlang der Heerwege entstanden viele Wehranlagen.<br>Im 11. und 12. Jh. wurden die Heerwege auch als Pilgerwege genutzt. Den Reisen dienliche Landkarten gab es erst ab dem 15. Jh.<br>(siehe auch unter Ochsenwege)<br><br><strong>Heerwerk<\/strong><br>Nach dem J\u00fctischen Recht (s. d.) Raub, Verwundung, Entf\u00fchrung unter Bruch des Hausfriedens. Heerwerk ist auch wenn ein Mann eines anderen Mannes Korn mit Vorsatz niederreitet und sein Vieh mit Vorsatz darin weidet.<br>(siehe auch unter Mannes Haus)<br><br><strong>Hegereiter \/ Hegereuter<\/strong><br>In den Jagdgebieten der Landesherren amtierender mittlerer Jagd- und Forstbeamter dem im Wesentlichen Schutz und Pflege der Jagd oblag. Vergleichbar dem heutigen Oberf\u00f6rster. Ihm unterstellt war der Holzvogt, (entspricht dem heutigen Revierf\u00f6rster) der sich um forstwirtschaftliche Obliegenheiten zu k\u00fcmmern hatte.<br>Zu den Aufgaben des Hegereiters geh\u00f6rten: Beaufsichtigung aller herrschaftlichen W\u00e4lder, aller Bonden-, Fest-, Kirchen-, Kloster- und Pastorats-H\u00f6lzungen und der Moore; Kontrolle der Grenz- und Malzeichen, des Wildobstes, der Eichel- und Buchenmast, die \u00dcberwachung der Triften, Quellen, Gr\u00e4ben, Fisch- und Krebsauen, Teiche, Br\u00fccken, Wildst\u00e4nde, Stege, Glas- und Ziegelh\u00fctten, Sichten, Weidegerechtigkeiten in den Waldungen und Wiesen, Holzdiebst\u00e4hle, Wildereien, streundende und wildernde Hunde. Au\u00dferdem war er f\u00fcr p\u00fcnktliche Lieferungen von Wild und Deputatwild (s. d.) verantwortlich.<br><br><strong>Heide- und Moorkolonisten<\/strong><br>Siehe unter Kolonisten.<br><br><strong>Heimatlose \/ Namenlose<\/strong><br>Auf vielen Nordseeinseln fanden und finden sich auf den Friedh\u00f6fen Abteilungen f\u00fcr Heimatlose oder Namenlose. Es waren unbekannte aus der See geborgene und angeschwemmte Tote. H\u00e4ufige Grabinschrift: &#8222;Ihn kannte nur Gott.&#8220;<br>Man sagt in Nordfiesland &#8222;in jeder M\u00f6we ist die Seele eines ertrunkenen Seemanns&#8220; und darum wird kein Halligfriese je auf eine M\u00f6we schie\u00dfen.<br><br><strong>Heimatrecht<\/strong><br>Zugeh\u00f6rigkeit einer bestimmten Person zu einer bestimmten Gemeinde. Sie wurde durch Geburt und Ehezuzug erworben. Das Heimatrecht gewann Anf. des 19. Jh. an Bedeutung, als das Armenrecht dahingehend ge\u00e4ndert wurde, dass Arme von einer Gemeinde nur unterhalten wurden, wenn sie dort Heimatrecht hatten. Fremde Arme wurden \u00fcber die Gemeindegrenzen in der Regel zu Fu\u00df in ihre &#8222;Heimat&#8220; abgeschoben. Arbeitsf\u00e4hige aber -unwillige wurden in die Zwangsarbeitsanstalt Schleswig verbracht. &#8222;&#8230;dass die arbeitsscheuen Kerls und Weiber in das Zucht- oder Werkhaus sollen versetzt werden, bis sie der Arbeit gewohnt werden.&#8220;<br>Kein Heimatrecht durch Geburt erlangte man bei Geburt im Christians-Pflegehaus in Eckernf\u00f6rde, dem Taubstummeninstitut in Schleswig, dem Kieler Geb\u00e4hrhaus, der Armenkolonie Friedrichsgabe, der Irrenanstalt Schleswig und dem Zuchthaus in Gl\u00fcckstadt. Auch Milit\u00e4rpersonen und wandernde Handwerker erhielten kein Heimatrecht.<br>Hatte Jemand \u00fcber 18 Jahre alt von einer Gemeinde ein Armengeld erhalten, durfte er\/sie erst heiraten, wenn der Betrag zur\u00fcckgezahlt war. Dem Prediger war vor der Trauung eine entsprechende Best\u00e4tigung vorzulegen.<br>siehe auch unter Armenwesen, Bettelwesen.<br><br><strong>Heimatzwang<\/strong><br>Ein k\u00f6nigliches Gesetz in der 2. H\u00e4lfte des 18. Jh. im Herzogtum Schleswig, dass es jungen Bauerns\u00f6hnen verbot die Heimat zu verlassen. Ihr Leben lang sollten sie durch dieses Gesetz an die Scholle gebunden und zum vielj\u00e4hrigen Milit\u00e4rdienst in der Landwehr (s. d.) gezwungen sein. Doch es setzte eine gro\u00dfe Landflucht von zweiten und dritten Bauerns\u00f6hnen ein, die nicht erbberechtigt waren und keinen eigenen Hof hatten. Sie flohen vor der Wehrpflicht. Kriege waren f\u00fcr den einzelnen damals noch sehr gef\u00e4hrlich. Man siehe nur die Zahl der Toten und Verwundeten in den Schlachten bei Idstedt und D\u00fcppel. Die Folge davon war ein m\u00e4nnlicher Arbeitskr\u00e4ftemangel. Manche H\u00f6fe gingen sogar zu Grunde. Anstatt dass der K\u00f6nig dieses unsinnige Gesetz abschaffte, erh\u00f6hte er den Druck durch ein Korneinfuhrverbot, um die Landbev\u00f6lkerung durch Hunger klein zu kriegen. Aber als einzige Auswirkung zeigte sich eine Verschlechterung der Agrarproduktion und eine Preiserh\u00f6hnung f\u00fcr immer schlechtere Produkte. Der K\u00f6nig reagierte durch eine falsche Anordnung nach der Anderen.<br><br><strong>Heimliche Entbindungen<\/strong><br>Fanden statt in &#8222;gefl\u00fcsterten Orten&#8220;, deren es mehrere im Lande gab. Im Kirchspiel Kahleby-Moldenit kam es ab der 1. H\u00e4lfte des 18. Jh. in der zum Gut Winning geh\u00f6renden Kate Blankenburg zu \u00fcberproportional vielen unehelichen Geburten bei denen die Identit\u00e4t der V\u00e4ter geheim gehalten wurde und auch die Frauen ihre Namen nicht nennen mussten. Die Kate geh\u00f6rte zum Grau-Kloster Schleswig und hatte die Gerechtsame (s. d.) au\u00dferhalb der Ehe schwanger gewordene Frauen aufzunehmen. Auf dieser Kate lebte auch eine Hebamme.<br>Die heimlichen Entbindungen reichten hier bis 1669 zur\u00fcck. 1701 wurde erstmalig eine solche Geburt im Kirchenbuch erw\u00e4hnt &#8222;ein Hurkind aus Schleswig getauft&#8220;. Die Gesamtzahl dieser au\u00dferehelich geborenen Kinder von 1701 bis 1812 betrug 329, das war ungef\u00e4hr Dreiviertel der einheimischen Kinder aus der Gemeinde innerhalb dieses Zeitraumes. Von 1791 bis 1800 kamen auf 39 einheimische Geburten 71 heimliche Entbindungen, also durchschnittlich sieben pro Jahr. Die h\u00f6chste Zahl gab es im Jahr 1766 mit 14 heimlichen Entbindungen.<br>Es ist anzunehmen, dass es sich bei den M\u00fcttern um vergewaltigte Frauen der Kriege (s. d.) von 1700 &#8211; 1721; 1756 &#8211; 1763 ; 1800 &#8211; 1814 handelte.<br>1812 verbot die Regierung die heimlichen Entbindungen auf Blankenburg und verwies die ausw\u00e4rtigen Schwangeren an die Geb\u00e4hranstalten in Kiel und Altona.<br>Auch die Gro\u00dfe Ochseninsel (s. d.) in der Flensburger F\u00f6rde war ein solcher &#8222;gefl\u00fcsteter Ort&#8220; (s. d.) f\u00fcr heimliche Entbindungen.<br>(Jahrbuch des Angler Heimatvereins 1981, 45. Jahrgang, Seite 100, &#8222;Heimliche Geburten in den Moldeniter Kirchenb\u00fcchern&#8220; von J\u00fcrgen Mertsch.)<br><br><strong>Heirat<\/strong><br>Heiraten durften nur diejenigen M\u00e4nner die Aussicht auf Besitz oder Hof, also auf Einkommen hatten. Wer ohne Aussicht auf Besitz heiratete wurde allgemein ge\u00e4chtet, weil er als Alter oder Gebrechlicher und arbeitsloser Tagel\u00f6hner der Armenkasse zum Opfer fiel. Die meisten unversorgten S\u00f6hne und T\u00f6chter blieben als ledige Knechte und M\u00e4gde auf dem Hof der Geschwister. Davon zeugen die Volksz\u00e4hlungslisten die viele 30 &#8211; 60j\u00e4hrige ledige Knechte und M\u00e4gde auff\u00fchren.<br>In vielen Gutsbezirken durften die Untergeh\u00f6rigen nur mit Einwilligung des Gutsherrn heiraten. Da er nur Gutsangeh\u00f6rige untereinander heiraten lie\u00df, kam es. Z. B. in Roest wo nur 80 Familien lebten oft zu Ehen in naher Blutsverwandtschaft. Seit 1649 waren solche Hochzeiten verboten, konnten aber stattfinden, wenn landesherrliche Erlaubnis erbeten und gegeben wurde.<br>Geheiratet wurde vor allem im Oktober nach Beendigung der Ernte.<br>(siehe auch unter Dispension, Eheschlie\u00dfung, Hauscopulation, K\u00f6nigsbrief, Copulation, und Trauung (s. d.).<br><br><strong>Hei\u00dfewecken<\/strong><br>Runde, etwa 12 cm gro\u00dfe Hefekuchen aus Weizenmehl, Butter, Zucker, Korinthen, Rosinen, Gew\u00fcrzen auf Platten gebacken. Sie waren ein typisches angeliter Geb\u00e4ck zum Nachmittagskaffee das warm gegessen wurde. Urspr\u00fcnglich eine Fastenspeise, die Fastnacht gebacken wurde. Sp\u00e4ter wurden sie von Nov. bis M\u00e4rz gegessen.<br>Noch Anfang des 20. Jh. wurden sie in K\u00f6rben von Haus zu Haus getragen und zum Verkauf angeboten.<br><br><strong>Heitscheffel<\/strong><br>1) Altes Fl\u00e4chenma\u00df im Herzogtum Schleswig das Jahrhunderte lang zu d\u00e4nischer Zeit die Parzellengr\u00f6\u00dfe bestimmte. Die genaue Gr\u00f6\u00dfe eines Heitscheffels ist nicht mehr bekannt. (wahrscheinlich 144 bis 240 Quadratruten. 1 Quadratrute = 8 bis 32 qm). Eine Umrechnung auf das heute gebr\u00e4uchliche Fl\u00e4chenma\u00df ha war nicht mehr m\u00f6glich.<br>2) Altes Kornma\u00df. Wurde 1770 durch das Seel\u00e4ndische Kornma\u00df abgel\u00f6st.<br><br><strong>Heizmaterial \/ Heizen<\/strong><br>Torf, Holz (meist Buschholz), gesammeltes Strandholz, Reetstoppeln, Stroh und getrockneter Kuhdung (Ditten s. d.), trockene Schafk\u00f6del, Heidekraut (Plaggen, Placken).<br>Allgemein betrug die Heiztemperatur im Winter (meistens nur in einem Raum) nicht mehr als h\u00f6chstens 16\u00b0 C. Wahrscheinlich ist es schwer dabei von Gem\u00fctlichkeit zu sprechen. Man sa\u00df eng beieinander und nahe des Feuers, um sich gegenseitig zu w\u00e4rmen.<br>(Siehe auch unter Bilegger)<br><br><strong>Helgoland<\/strong><br>Deutsche Nordseeinsel 45 Seemeilen von der nordfriesischen K\u00fcste entfernt. Der Name kam wahrscheinlich von Hallig.<br>Helgoland entstand vor Jahrmillionen in Trias und Terti\u00e4r.<br>Vor 7.000 Jahren war die britische Insel (England) noch mit dem Festland verbunden. Die K\u00fcstenlinie der Nordsee zog sich von Mittelengland \u00fcber die Doggerbank nach J\u00fctland hin. Ein St\u00fcck dieser K\u00fcstenlinie war das heutige Helgoland.<br>Die Insel war fr\u00fcher viel gr\u00f6\u00dfer und bestand aus dem Buntsandsteinfelsen, dem Wei\u00dfen Kliff und der D\u00fcne.<br>Im 7. Jh. war Helgoland von Friesen bewohnt.<br>Um 1000 war Helgoland eine heidnische Kultst\u00e4tte der Friesen.<br>Vom 12. Jh. bis 1807 geh\u00f6rte Helgoland zu D\u00e4nemark bzw. Schleswig-Holstein-Gottorp, danach war sie britische Kronkolonie.<br>Im 12. u. 13. Jh. geh\u00f6rte Helgoland wie das \u00fcbrige Friesland zur d\u00e4nischen Krone und war ab dem 14. Jh. Teil des Herzogtums Schleswigs (s. d.).<br>Im 14. Jh. trieb hier Klaus St\u00f6rtebeker mit seinen Vitalienbr\u00fcdern (s. d.) sein Unwesen, \u00fcberfiel und beraubte die Kauffahrteischiffe.<br>Bei der Landesteilung (s. d.) 1544 fiel Helgoland per Losentscheid dem Herzog von Schleswig-Holstein-Gottorf zu und blieb es bis Ende des Gro\u00dfen Nordischen Krieges 1713 und endg\u00fcltig bis 1721. Es hatte den Status einer Landschaft mit hohem<br>Grad an Selbstverwaltung.<br>Die Helgol\u00e4nder trugen vom Mittelalter bis 1711 durch Abbau von Steinen vom &#8222;Wei\u00dfen Kliff&#8220; und deren Verkauf zum Festland, zur Spaltung der Insel bei. 1711 zerbrach eine gro\u00dfe Flut diesen Steinbruch und der Abbau ging stark zur\u00fcck.<br>In der Silvesternacht 1720\/21 zerbrach eine schwere Sturmflut die Verbindung zwischen Helgoland und der D\u00fcne. Mit jeder Flut wurde die urspr\u00fcnglich schmale Rinne immer weiter verbreitert, sodass Helgoland heute aus zwei Teilen besteht.<br>(Ein Hamburger Investor will die beiden Teile ab 2010 wieder vereinen)<br>W\u00e4hrend der Kontinentalsperre 1806 (s. d.) entwickelte sich Helgoland zu einem lebhaften Schmuggelplatz.<br>1807 besetzten britische Truppen die Insel und gliederten sie als Kolonie in das Vereinigte K\u00f6nigreich Gro\u00dfbritannien und Irland ein. Im Frieden von 1814 blieb Helgoland bei den Briten.<br>1890 trat England die Insel im &#8222;Helgoland-Sansibar-Vertrag&#8220; neben einigen afrikanischen Kolonialgebieten an das Deutsche Reich ab. Das Deutsche Reich verzichtete im Gegenzug auf das vor Deutsch-Ostafrika liegende Sultanat Sansibar. In der Bev\u00f6lkerung wurde es wie ein Tausch Sansibar gegen Helgoland betrachtet und mit dem Vergleich &#8222;Knopf gegen Hose&#8220; kritisch gesehen. Die Helgol\u00e4nder selbst wurden nicht gefragt.<br>Kaiser Wilhelm I. lies Helgoland immer mehr zu einer Seefestung und einem Marinest\u00fctzpunkt ausbauen.<br>Am 26. 8. 1841 dichtete Heinrich von Fallersleben auf Helgoland den Text des &#8222;Deutschlandliedes&#8220;.<br>Im ersten Weltkrieg wurde Helgolands Bev\u00f6lkerung evakuiert und konnte erst 1918 zur\u00fcckkehren.<br>1922 wurde Helgoland ein selbst\u00e4ndiger Inselkreis, kam aber schon 1932 zum Kreis Pinneberg.<br>Im Zweiten Weltkrieg gab es am 18. April 1945 ein verheerendes englisches Bombardement auf Helgoland bei dem 1.000 britische Flugzeuge in 104 Minuten 7.000 Bomben abwarfen. Danach war die Insel unbewohnbar und wurde evakuiert. Ein Teil der Bev\u00f6lkerung fand auf Sylt eine Bleibe.<br>Am 18. April 1947 wurden in einer gewaltigen Sprengungsaktion (Big Bang) die Bunkeranlagen gesprengt. 4.000 Torpedok\u00f6pfe, fast 9.000 Wasserbomben, und \u00fcber 91.000 Granaten, insgesamt 6.700 Tonnen Sprengstoff waren im U-Bootbunker gestapelt und flogen in die Luft.<br>Es bestand der britische Plan der totalen Beseitigung Helgolands, so dass &#8222;nur noch das Meer den Rest zu besorgen h\u00e4tte&#8220;.<br>Nach der Sprengung glaubte man es gebe Helgoland nicht mehr. Aber nachdem sich etwa 20 Minuten danach der Rauch und Staub verzogen hatte, stellten man fest, die Insel hatte dem Big Bang wiederstanden und sich in ihrer Form nur teilweise ver\u00e4ndert.<br>Im November 1947 wiederholte sich das traurige Schauspiel vom April. 4.000 Kisten Sprengstoff wurden zur Sprengung gebracht und die ganze Ostecke zerbr\u00f6selte.<br>Vom Herbst 1947 und 1948 unternahmen die Briten Sprengversuche mit hochgiftigen Chemikalien.<br>Bis 1952 blieb Helgoland milit\u00e4risches Sperrgebiet und Bombenabwurfplatz (\u00dcbungsplatz) der britischen Luftwaffe. Die englischen Piloten nannten Helgoland &#8222;Hell-go-land&#8220; (Das Land, das zur H\u00f6lle geht).<br>Mit dem Mut von zwei Heidelberger Studenten, die sich am 20. Dezember 1950 auf die absolut verbotene Insel bringen lie\u00dfen und dort bei bitterster K\u00e4lte im Freien das Weihnachtsfest und die Jahreswende verbrachten kam die Wende. Sie hissten die helgol\u00e4ndische, die deutsche und die europ\u00e4ische Fahne und forderten die Einstellung der Bomenabw\u00fcrfe und die Genehmigung zur R\u00fcckkehr der Helgol\u00e4nder. Bald taten es ihnen andere nach, mutige Helgol\u00e4nder kamen hinzu und riefen zur Vers\u00f6hnung auf. Mutig, weil das Sperrgebiet immer noch bombardiert wurde. Bald hatten sie den R\u00fcckhalt der gesamten deutschen Bev\u00f6lkerung und bewirkten ein Umdenken bei den Engl\u00e4ndern.<br>Am 1. M\u00e4rz 1952 gaben die Engl\u00e4nder Helgoland an die Deutschen zur\u00fcck und 1953 kehrten auch die Helgol\u00e4nder auf ihre Insel zur\u00fcck.<br>Wahlspruch der Helgol\u00e4nder war &#8222;R\u00fcmm Hart enn kloor Kimmen&#8220; = &#8222;Offenes Herz, klarer Verstand&#8220;.<br><br><strong>Henker<\/strong><br>Wie die Schinder (s. d.) geh\u00f6rte auch der Henker zu den &#8222;unehrlichen&#8220; Berufen. Sein schlechter Ruf erstreckte sich auch auf seine Familie und seine Kinder. Henkerskinder durften nur in Henkersfamilien einheiraten. So entstanden regelrechte Henkersdynastien, die miteinander versippt und verschw\u00e4gert waren.<br>Zu den Aufgaben eines Henkers geh\u00f6rten nicht nur Hinrichtungen, sondern auch die Folter, die Zurschaustellung der Delinquenten am Pranger, die S\u00e4uberung der Kloaken und Ehgr\u00e4ben (s. d.), das Vergraben verendeten Viehs auf dem Schindacker und die Aufsicht \u00fcber die Prostituierten.<br>Wer einen Henker ber\u00fchrte, galt selbst als entehrt. Weil keiner Henker werden wollte, wurden diese in fr\u00fcher Zeit (z. B. im alten Rom) dazu gezwungen.<br>Andererseits standen die Henker im Rufe besonderer Kr\u00e4fte und des Nachts suchte man ihre Hilfe. Ihre Amulette wie Galgenstricke, Leichenteile der Gerichteten und deren Blut galten als Heilsbringer und wurden von diesem verkauft.<br>Bei Tod eines Henkers fand sich niemand ihn zu tragen. Die Angeh\u00f6rigen mussten Gesindel darum bitten und teuer daf\u00fcr bezahlen.<br>Siehe auch unter Scharfrichter.<br><br><strong>Herberge<\/strong><br>Gasthaus, Wohnung, Quartier.<br><br><strong>Herberge zur Heimath<\/strong><br>Mitte des 19. Jh. waren in Deutschland hunderttausende Gesellen auf der Walz. Man nannte sie auch wandernde Bev\u00f6lkerung. Die Z\u00fcnfte verlangten von ihren Mitgliedern eine dreij\u00e4hrige Wanderschaft. Ihre Armut und soziale Not war oft sehr gro\u00df und viele blieben ohne Unterkunft. 1848 auf dem Kirchentag in Wittenberg entwarf der Hamburger Theologe Johann Hinrich Wichern ein Hilfsprogramm f\u00fcr in Not geratene Wandergesellen. Die Kirche nahm sich des Problems an und bildete in der Bruderschaft des &#8222;Rauhen Hauses&#8220; Diakone zur Leitung von Herbergen aus. Die erste wurde 1854 in Bonn er\u00f6ffnet. Bis Ende des Jahres entstanden etliche Hundert und alle trugen den Namen &#8222;Herberge zur Heimath&#8220;. Ab 1866 entstanden sie auch im preu\u00dfisch gewordenen Schleswig-Holstein durch den Nordelbischen Herbrergsverband. 1898 wurde eine in Kappeln eingerichtet.<br><br><strong>Heringsz\u00e4une<\/strong><br>Einrichtungen zum Fangen von Heringen in Kappeln zwischen Arnis und Schleim\u00fcnde. Urkundlich wurden sie schon im 15. Jh. erw\u00e4hnt. Besitzer waren vornehmlich Gutsbesitzer und die Kirche. Die meisten gab es mit 41 Z\u00e4unen im 17. Jh. Seit 1642 wurden sie vermessen und in Karten eingetragen. Als die F\u00e4nge zur\u00fcckgingen verpachtete der Adel die Heringsz\u00e4une an Bauern und B\u00fcrger. 1830 waren nur noch 19 Z\u00e4une in Betrieb. Die letzten Z\u00e4une wurden 1864 vom preu\u00dfischen Staat aufgekauft und abgerissen, um der Schifffahrt mehr Sicherheit zu geben. 1905 wurde der vorletzte Zaun beseitigt.<br>Siehe auch unter Wadenfischerei.<br><br><strong>Herrendienst<\/strong><br>der einem Herrn geleistete Dienst. Siehe auch Frondienst.<br><br><strong>Herrengeld<\/strong><br>Finanzielle Abgaben der Bauern an die Gutsherren, die an Stelle der bisherigen Naturlalleistungen erhoben wurden.<br><br><strong>Herz\u00f6ge<\/strong><br>Siehe Anlage unter &#8222;Herrscher in Angeln&#8220;.<br><br><strong>Hestehandler<\/strong><br>Pferdeh\u00e4ndler<br><br><strong>Heuer \/ H\u00e4uer<\/strong><br>Pacht\/Miete. Die Bodennutzungspacht in der (sp\u00e4tmittelalterlichen) Landwirtschaft. Die H\u00f6he der Pacht wurde in Heuerschilling bemessen.<br><br><strong>Heuerbass<\/strong><br>Zu Zeiten der Segelschiffe &#8222;Arbeitsvermittler&#8220;, der f\u00fcr Kapit\u00e4ne die notwendige. Mannschaft besorgte.<br><br><strong>Heuerling<\/strong><br>auch Heuerinste. P\u00e4chter mit geringem Eigenbesitz. Mieter einer Inste.<br><br><strong>Heuerstellen<\/strong><br>Gepachtete (gefestete) Stellen mit etwas mehr Land als es die K\u00e4tner hatten. H\u00e4ufig Stellen von Handwerkern, J\u00e4gern oder Fischern.<br><br><strong>Heuler \/ Seehund-Aufzucht-Stationen<\/strong><br>Seehund-Jungtier das seine Mutter dauerhaft verloren hat und ohne Hilfe nicht \u00fcberleben kann. Zu ihrer Rettung werden an der Nordsee Seehund-Aufzucht-Stationen eingerichtet. Heuler sind ein nat\u00fcrliches Ph\u00e4nomen. Sie wurden von der Mutter versto\u00dfen oder fanden durch St\u00fcrme den Tod.<br>Die Seehund-Aufzucht-Stationen sind neuerdings in Verruf geraten. Man nimmt an, das 90 % der in diesen Stationen betreuten &#8222;Heuler&#8220; aus Unkenntnis und Unwissenheit von Urlaubern gebracht werden, bei denen die Mutter auf Nahrungssuche ist und zur\u00fcckkommen wird. Oft lassen die M\u00fctter ihre Jungen stundenlang allein, nehmen ein Junges, das von Menschen angefasst wurde aber nicht wieder an.<br>Da die aufgefundenen Heuler fast immer die Nahrungsaufnahme verweigern, kommt es bei der &#8222;Zwangsf\u00fctterung&#8220; immer wieder zu Todesf\u00e4llen durch Stre\u00df. Die entlassenen Heuler sind oft halbzahm und meiden ihre Artgenossen und sind auch dadurch vielach zum Tode verurteilt.<br>Die Kritik hat in D\u00e4nemark bereits dazu gef\u00fchrt, dass seit 1985 keine Heuler mehr ausgewildert werden und seit 1993 alle gefundenen Heuler get\u00f6tet werden. Die deutsche Station in Friedrichskoog nimmt keine kranken oder verletzten Heuler mehr auf. Man sch\u00fctzt dagegen verst\u00e4rkt die Sandb\u00e4nke als Schutzzonen der Seehunde.<br><br><strong>Heu- und Strohgelder \/ Magazinkorn<\/strong><br>Abgabe der Landbesitzer. Magazingelder f\u00fcr die Kavallerie des stehenden Heeres. Ab 1764 in Form von Geld, davor in Form von Naturalien.<br><br><strong>Hexenprozesse in Angeln<\/strong><br>1484 sanktionierte Papst Innozenz III. durch eine Bulle die schon l\u00e4nger ge\u00fcbten Hexenverbrennungen und bald loderten \u00fcberall die Scheiterhaufen. Selbst die Reformation bereitete dem Wahn kein Ende.<br>1530 beginnt die Hexenverfolgung in Schleswig-Holstein mit der ersten Verbrennung in Kiel.<br>Bis zu 500 Hexen und einige Hexer sollen in Schleswig-Holstein \u00fcberwiegend auf dem Scheiterhaufen umgekommen sein. Im Herzogtum Schleswig waren daf\u00fcr die Thinggerichte (s. d.) der Sandm\u00e4nner (s. d.) zust\u00e4ndig, auf den adeligen G\u00fctern die jeweiligen Gutsherren.<br>Die Mehrheit der Prozesse kam durch Klagen von Nachbarn zustande. Fast immer ging es um sehr triviale Dinge wie Krankheiten, Viehsterben, Wetter, Unf\u00e4lle usw. Fast immer war Neid oder Habgier die wirkliche Ursache f\u00fcr die Anzeigen. F\u00fcr eigenes Versagen wurden Schuldige gesucht, meist waren dies etwas kl\u00fcgere Frauen, die etwas verstanden (Kr\u00e4uterkenntnisse, Geburts- und Krankenhilfe) was die Meisten nicht beherrschten.<br>Wer nicht zum Feuertod auf dem Scheiterhaufen verurteilt wurde, fand Begnadigung indem er zum Tod durch das Schwert verurteilt wurde.<br>1535 Erster Hexenprozess in Schleswig-Holstein.<br>1548 wurden in Schleswig drei Frauen als Zauberinnen verbrannt.<br>1551 den 17. Juli lie\u00df Henneke von Rumohr von Gut Roest die &#8222;Gelharsche&#8220; sowie die K\u00fcsterfrau und vier andere Hexen verbrennen, weil sie ihn und seine Frau bettl\u00e4grig gemacht h\u00e4tten. Zum Prozessbeginn gab es nur eine Angeklagte, die w\u00e4hrend des Prozesses 49 Besagte (Mitschuldige) benannte. Acht wurden insgesamt verurteilt.<br>1557 Zwei zusammenh\u00e4ngende Prozesse fanden in Schleswig gegen Elli Petersen, Anneke Muttzen und Anneke Ludtken statt und auf Gut Lindau an der Schlei wo Bertram Ratlov zehn Frauen aus Angeln als Hexen durch Verbrennung hinrichten lie\u00df. Urspr\u00fcnglich gab es bei Prozessbeginn 10 Angeklagte zu denen 3 Besagte (durch die Angeklagten Beschuldigte) hinzukamen. Alle 13 Frauen mussten sterben. Vorgeworfen wurde ihnen, dass sie am Nachttanz, dem intimsten Hexenfest und dem Nachtflug teilgenommen h\u00e4tten.<br>1570 wurde in Arrild im Kirchspiel T\u00f6strup eine Frau als Hexe verbrannt und eine andere in Dingholz.<br>1583 wurde eine Frau aus Schaalby als Hexe verbrannt.<br>1614 Am 14. Mai wurde die Hexe Gundel Knutzen bei der Kirche auf F\u00f6hr verbrannt.<br>1615 lie\u00df Heinrich von Rantzau auf Altenhof die Hexe Abel Lafrenzen solange foltern, bis sie starb.<br>1620 letzte Hexenverbrennung in Flensburg.<br>1632 lie\u00df Henning Rumohr die Hexe Anna Stigges auf dem H\u00fcgel Toppesby bei Mehlby verbrennen weil sie ihn 16 Wochen lang bettl\u00e4gerig gemacht h\u00e4tte. Sie wird am 6. 6. 1632 auf der Anh\u00f6he Toppeshy in Mehlby verbrannt.<br>1637 findet in Gro\u00dfenwiehe ein Hexenprozess gegen Mette Marquarts statt. Sie soll einen Bruderm\u00f6rder zu dessen Tat verhext und angestiftet haben. Der M\u00f6rder wird auf der Richtst\u00e4tte mit dem Schwert vom Leben zum Tod bef\u00f6rdert. Die Hexe Mette Marquart aber stirbt in der Pein (Verh\u00f6r und Tortur).<br>1641 wurde die Hexe Ellen Lassen aus T\u00f6strupholz am 18. Dezember 1641 verbrannt. Sie wurde durch Anna Stigges Aussage in der Pein belastet.<br>1641 wurde S\u00fcnne Markes, die K\u00f6stersche in Sterup, die unter dem Verdacht der Zauberei steht auf dem Dingholzer Richtplatz verbrannt.<br>1641 Hexenprozess in der Uggelharde gegen Maria Thielsen zu Gr\u00fcnholz und Mette Johnsen zu Biltoft.<br>1686 lie\u00df der katholische Graf Rantzau zu Schmoel und Oevelg\u00f6nne vom 27. M\u00e4rz bis 30. Juni einen Mann und 17 Weiber als Hexen verbrennen.<br>1686 fand in den Herzogt\u00fcmern in Rundhof der letzte Hexenprozess gegen eine alte Frau statt. Sie schwor Urfede (s. d.) und wurde nach D\u00e4nemark verbracht.<br>1716 am 3. Aug. wird die Brandstifterin Metta Peters in Munkbrarup zum Tode verurteilt. Wegen ihres Gest\u00e4ndnisses wird sie zum Tode mit dem Schwert verurteilt und erst dann verbrannt. Ihr Kopf wird zur Abschreckung auf einen Pfhal aufgespie\u00dft.<br>Mitte es 17. Jh. gab es die meisten Prozesse und Verbrennungen. Bei den hier erw\u00e4hnten handelt es sich um nur wenige Beispiele.<br>1734 endete mit dem K\u00f6pfen eines Mannes in Rendsburg die Zeit der Hexenverfolgung in Schleswig-Holstein.<br>Eine sehr ausf\u00fchrliche Darstellung der F\u00e4lle und der Prozesse mit Zeugenaussagen und Befragungen findet sich in : J. Diedrichsen, Lutzh\u00f6ft, &#8222;Hexenprozesse in Angeln&#8220;, Jahrbuch des Angler Heimatvereins 3. Jahrgang 1932, Seite 27 &#8211; 47)<br><br><strong>hijus anni<\/strong><br>(lat.) dieses Jahres.<br><br><strong>Hilligebeke<\/strong><br>&#8222;Heiliger Bach&#8220; ein in der N\u00e4he Idstedts flie\u00dfender Bach in dem Bischof Poppo um 950 n. Chr. Heiden zum Christentum bekehrte und in diesem Bach und am Poppostein (s. d.) der als Taufbecken diente, taufte. Daraufhin erhielt der Bach der urspr\u00fcnglich J\u00fcdebeke hie\u00df den Namen Hilligebeke.<br><br><strong>Himmelsbrief \/ Hausbrief \/ Schutzbrie<\/strong>f<br>Urspr\u00fcnglich ein von Gott selbst in Goldschrift geschriebener Text. Der Ursprung liegt in der Antike und im Christentum bis ins 6. Jh. zur\u00fcckgehend.<br>Ein von nahen Verwandten, Freunden, Bekannten oder Nachbarn aber auch vom Pastor oder Lehrer verfasster und versendeter Schutzbrief mit guten W\u00fcnschen. Er sollte den Empf\u00e4nger vor allerlei Unbill (Krieg, Krankheit, Unwetter, Feuer, Seuchen usw.) sch\u00fctzen. Oft war er k\u00fcnstlerisch gestaltet und in Goldschrift geschrieben. Himmelsbriefe wurden auch als Soldatenbriefe bezeichnet, wenn sie an Soldaten gerichtet waren. Teilweise wurden diese jahrelang als Fethische oder Gl\u00fccksbringer am K\u00f6rper getragen.<br><br><strong>Himpten<\/strong><br>1) Landma\u00df = ca. 21 Ar.<br>2) Hohlma\u00df = 1 Tonne = 4 Scheffel oder Himpten = 16 Spint<br>oder 1 Fass = 2 Himpten = 8 Spint.<br><br><strong>Hindenburgdamm<\/strong><br>1927 fertiggestellter Eisenbahndamm vom Festland nach Sylt. Erste Pl\u00e4ne f\u00fcr den Bau gehen auf das Jahr 1874 zur\u00fcck. 1878 gab es eine Pettition der B\u00fcrger Sylts f\u00fcr den Bau eines Dammes. 1910 begann die Preu\u00dfische Regierung mit ersten Vorbereitungen, die der 1. Weltkrieg aber wieder zunichte machte.<br>1921 &#8211; 1922 wurde die Festlandstrecke von Nieb\u00fcll zum Seedeich und gleichzeitig von Westerland nach Morsum gebaut. Der eigentliche Dammbau begann 1923. W\u00e4hrend der Bauzeit traten aber Zweifel \u00fcber eine Verwirklichung auf, denn eine einzige Sturmflut am 30. 8. 1923 riss in wenigen Stunden 250.000 cbm Boden weg und zerst\u00f6rte 12.000 m Sp\u00fclrohrleitung. Dann machte der Dammbau aber Fortschritte. Zeitweise waren gleichzeitig 1.500 Arbeiter besch\u00e4ftigt. Der Damm erforderte insgesamt eine Bodenmassenbewegung von 3,2 Millionen cbm. 320.000 Tonnen Granitstein, Basalts\u00e4ulen, Kies, Pf\u00e4hle und Spundw\u00e4nde mussten transportiert wurden. Teilweise wurden sie aus Schlesien und dem Rheinland hierher gebracht.<br>Am 1. Juni 1927 wurde der 11,3 Km lange, f\u00fcr 188,5 Millionen Reichsmark gebaute Damm durch Reichspr\u00e4sident Paul von Hindenburg eingeweiht. Die Sylter feierten drei Tage lang.<br>1956 fuhren t\u00e4glich 32 Reise-, 16 Auto- und 2 G\u00fcterz\u00fcge fahrplanm\u00e4\u00dfig nach Sylt. Das erforderte den Ausbau einer Ausweichstelle. Aber auch diese reichte bald nicht mehr und 1972 wurde ein zweites Gleis f\u00fcr 9,8 Millionen DM hinzugebaut.<br><br><strong>Hintersassen<\/strong><br>K\u00e4tner, die von einem Bauern Land in Nutzung erhalten hatten. Leibeigene Bauern den Gutsbesitzern h\u00f6rig ohne Anrecht auf die Allmende.<br><strong><br>Hirten- oder Sommerschule<\/strong><br>\u00c4ltere Kinder (ab 10 Jahre), welche im Sommer bei der Feldarbeit helfen mussten, sollten sich einmal die Woche des Sonntags oder Mittwochs beim K\u00fcster zum zweist\u00fcndigen Examen einstellen, damit sie nicht vergasen, was sie im Winter gelernt hatten. Dieses nannte man Hirten- bzw. Sommerschulen.<br>Am 1. Mai wurden die Hirtenjungen und Hirtenm\u00e4dchen zum H\u00fcten der Tiere eingestellt. Beim ersten Schulbesuch mussten sie den Dispensionsschein (Befreiung von ihrer eigentlichen Schule) vorlegen.<br><br><strong>hitziges Fieber<\/strong><br>Krankheit unterschiedlichster Ursache die immer mit Fieber und ver\u00e4ndertem Pulsschlag zu tun hatte und h\u00e4ufig zum Tod f\u00fchrte.<br><br><strong>Hochzeitsbr\u00e4uche<\/strong><br>Siehe unter Beilager, Bierzwang, Brautkrone, Brautschatz, Brautbettabend, Eheschlie\u00dfung, Freudenschere, Heirat, Kranzgeld, Mangelbrett, Muntehe, Muntwalt, Schaffer, Sysselleute, Verlobung.<br>(siehe auch unter Luxusverordnung)<br><strong><br>Hochzeitsbutter<\/strong><br>Naturaliengeschenk. Zu Hochzeiten wurde sie zu Tierfiguren geformt.<br><br><strong>H\u00f6ftmann<\/strong><br>Vorsteher eines B\u00fchrs (s. d.) auf Eiderstedt. Ihm zur Seite standen zwei \u00c4lterm\u00e4nner: Rechts- und Links-\u00d6llermanns. H\u00f6ftmann konnte nur werden, wer vorher \u00d6llermann gewesen war.<br><br><strong>H\u00f6ker auch H\u00f6cker<\/strong><br>Kr\u00e4mer, Kleinh\u00e4ndler. Im d\u00f6rflichen H\u00f6ckerladen kaufte man alles vom Stacheldraht, \u00fcber Krampen, Kochtopf, Holzschuhe, Nahrungsmittel bis zum Zwirn. Es gab es hier alles bzw. wurde besorgt. Auch diente der H\u00f6kerladen der d\u00f6rflichen Kommunikation.<br><br><strong>Hoffourier<\/strong><br>Verpflegungsunteroffizier am Hof.<br><br><strong>Hohlma\u00dfe (H.M.)<\/strong><br>1 Anker = 19 Kannen = 36,2274 Liter.<br>1 Mark Korn oder 1 Last = 8 Oere = 24 \u00d6rtug = 240 Schipp Roggen = 288 Schipp Gerste = 480 Schipp Hafer<br>1 Himpten =<br>1 Kanne = 1,81 l<br>1 Qurtier = 1,75 l<br>1 Tonne = 1,4 hl (= 1000 kg) (siehe auch unter Gewichte)<br>1 Flensburger Tonne = 137 Liter = 8 Scheffel<br>1 \u00d6rtung = 10 Schipp Roggen, 12 Schipp Gerste = 20 Schipp Hafer<br>1 Oxh\u00f6ft = 0,6 Kanne = 1,2 Liter.<br>1 Schipp (auch Scheffel genannt) = 1\/8 Tonne = 17,5 l<br><br><strong>Holl\u00e4nder \/ Holl\u00e4nderei<\/strong><br>1) H\u00e4ufig die Bezeichnung f\u00fcr P\u00e4chter von Milchk\u00fchen. Anfangs waren die P\u00e4chter holl\u00e4ndischer Herkunft. In aller Regel waren es wegen ihres Glaubens (Reformierte, Menonieten (s. d.) oder Wiedert\u00e4ufer) aus ihrer Heimat vertriebene Niederl\u00e4nder.<br>1614 fand sich die erste Nachricht einer Holl\u00e4nderei in Grundhof. In Nordfriesland und Holstein setzten sich um 1600 die K\u00fche haltenden und Butter und K\u00e4se produzierenden Holl\u00e4nder durch. Bis dahin wurde noch schwedische und finnische Butter eingef\u00fchrt.<br>Gutsherren &#8222;verholl\u00e4nderten&#8220; ihr Milchvieh f\u00fcr eine &#8222;Holl\u00e4nderpacht&#8220; (um 1720 = 10 Reichstaler) an die Holl\u00e4nder. Diesen wurde vom Gutsherrn daf\u00fcr eine &#8222;Holl\u00e4nderscheune&#8220; zur Unterbringung des Viehs zur Verf\u00fcgung gestellt. Das Wohngeb\u00e4ude hie\u00df &#8222;Holl\u00e4nderei&#8220;.<br>Der von Holl\u00e4ndern erzeugte K\u00e4se hie\u00df &#8222;Holl\u00e4nderk\u00e4se&#8220; im Gegensatz zum &#8222;B\u00e4uerlichen K\u00e4se&#8220; der einheimischen Bauern die nur f\u00fcr sich selbst butterten.<br>Mit Beginn des 17. Jh. traten an die Stelle der Holl\u00e4nder mehr und mehr Einheimische. Im 18. Jh. hatte jedes Gut einen Holl\u00e4nder.<br>2) Meiereifachmann. Fachmann der Milchwirtschaft.<br><br><strong>Holm<\/strong><br>Kleines, von allen Seiten mit Wiesen oder Wasser umgebenes erh\u00f6htes St\u00fcck Land; oft sogar eine Insel. Holm war h\u00e4ufig Bestandteil von Ortsnamen: Holm = kleines Fischerdorf bei Schleswig. Holm = Hauptstra\u00dfe in Flensburg. Maasholm = Feuchte Wiese Moor auf einer Insel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br><strong>Holt<\/strong><br>Geh\u00f6lz (z.B. Westerholt).<br><br><strong>Holz<\/strong><br>Siehe unter Bauholz<br><strong><br>Holzschuhe \/ Hotschen \/ Klotzen<\/strong><br>Sie waren fr\u00fcher im l\u00e4ndlichen Raum die normale Fu\u00dfbekleidung. Entweder machte man sie sich selbst oder bediente sich bei einem der zahlreichen Hottschohmaker, der aber nur Schuhe total aus Holz herstellte. Mit Lederoberteil gab es Holzschuhe nur in den St\u00e4dten oder auf M\u00e4rkten.<br>Die h\u00f6lzernen Schuhe waren sehr schwer und nicht mit heutigen zu vergleichen. Auf schlechten Wegen, steinigen Feldern arbeitete man vom Morgengrauen bis zum Dunkelwerden in ihnen.<br><br><strong>Holzvogt \/ Holtzvoigt<\/strong><br>Er hatte ein dem F\u00f6rster \u00e4hnlichen Status.<br><br><strong>Holzfrevel<\/strong><br>Vergehen wegen nicht genehmigter Waldrodungen.<br><br><strong>Homagial-Eid<\/strong><br>Huldigungs-Eid. Er musste z. B. von den Kolonisten dem K\u00f6nig und Landesherrn gegen\u00fcber geleistet werden.<br>(siehe auch unter Huldigung)<br><br><strong>Hornung<\/strong><br>1) Februar = Zeit des Horens = sich paaren<br>2) (altfriesisch) Bastard<br><br><strong>Hude \/ Hudewald \/ Huderecht<\/strong><br>1) Weideplatz vor den St\u00e4dten.<br>2) H\u00fcterecht. Weide-Nutzungsrechte f\u00fcr eine bestimmte Anzahl von K\u00fchen auf der Gemeindewiese (Allmende).<br>3) Hafenbr\u00fccke, Schiffbr\u00fccke, Anleger, L\u00f6sch- und Ladepl\u00e4tze, Kaie.<br><br><strong>H\u00fcll<\/strong><br>(Friesisch) Tiefes Wasserloch.<br><br><strong>Hufe<\/strong><br>Altdeutsches Fl\u00e4chenma\u00df zwischen 7,5 bis 20 ha. Fl\u00e4che die einem Hufner und seiner Familie einen Lebensunterhalt gew\u00e4hrleistete. Es gab Viertel-, Halb- Zweidrittel- Voll und &#8211; Doppelhufen.<br>Im Regulativ der Kommission im Generaldirektorium wurde 1768 festegelegt, dass eine Hufe nicht unter 50 Tonnen und nicht \u00fcber 100 Tonnen (d.h. zwischen 31 bis 63 ha) liegen sollte. Halbhufen hatten zwischen 23 &#8211; 50 Tonnen (16 &#8211; 31 ha) und K\u00e4tner (s. d.) zwischen 12 und 20 Tonnen (8 &#8211; 13 ha).<br>Aus dem Begriff Hufe entwickelte sich die Bezeichnung Hof.<br><br><strong>Hufner<\/strong><br>Bewirtschafter einer Hufe. Hufner mussten den adeligen Herren Spanndienste und Hofdienste leisten. K\u00e4tner leisteten Handdienste (s. d.). Das Land und das Inventar geh\u00f6rten dem adligen Gut. Normalerweise wurde eine Hufe vom Vater auf den Sohn vererbt. Es war aber ebenso gut m\u00f6glich, das der Guts- oder Grundherr den Hufner seiner Hufe enthob oder ihn von heut auf morgen auf eine andere Hufe versetzte.<br><strong><br>hujus anni \/ hijus anni<\/strong><br>(lat.) dieses Jahres.<br><strong><br>Huker<\/strong><br>Siehe unter Schiffstypen.<br><br><strong>Huldigung<\/strong><br>1. Treueeid der Untertanen<br>Ein ritualisiertes gegenseitiges Treueversprechen im mittelalterlichen Lehnswesen. Der Lehnsnehmer gelobte seinem Herrn Gefolgschaft und Treue und der Lehnsherr sicherte ihm daf\u00fcr Schutz und Wahrung seiner Rechte zu.<br>Z. B. wurden die Kolonisten (s. d.) in einem \u00f6ffentlichen Huldigungsverfahren auf Schloss Gottorf (s. d.) auf den K\u00f6nig eingeschworen.<br>Anlass f\u00fcr erneute Huldigungsverfahren waren z.B. \u00c4nderungen bei Lehnverh\u00e4ltnissen (Vererbungen) aber auch politische Ver\u00e4nderungen und nach Unruhen und Aufst\u00e4nden.<br>(siehe auch unter Homagialeid)<br>2. Treueeid der St\u00e4nde<br>Auch die St\u00e4nde hatten ihren Landesherrn zu huldigen. Ohne deren Huldigung war das Amt des Landesherrn nicht legitim. F\u00fcr ihren Treueschwur erwarteten die St\u00e4nde im Gegenzug Rechte und Freiheiten vom Landesherrn. Oft fanden daher vor der Huldigung komplizierte Verhandlungen zwischen beiden Parteien statt.<br>Im 19. Jh. trat an die Stelle der Huldigung die Vereidigung (z. B. von Beamten, Soldaten, Politikern)<br><br><strong>Hungersn\u00f6te<\/strong><br>Hunger war fr\u00fcher so verbreitet, dass er neben Krieg, Pestilenz und Tod als einer der &#8222;Apokalyptischen Reiter&#8220; galt.<br>Das Leben und die Nahrung der Bev\u00f6lkerung bis ins 19. Jh. hinein waren karg und d\u00fcrftig. Das Hauptnahrungsmittel war Buchweizengr\u00fctze, sp\u00e4ter Brot und erst seit Ende des 18. Jh. Kartoffeln (s. d.). Bei Missernten durch fatale Witterung oder durch Krankheiten und Sch\u00e4dlingsbefall der Kulturpflanzen bzw. \u00dcberschwemmungen in K\u00fcstenregionen, aber auch durch kriegerische Auseinandersetzungen (Pl\u00fcnderung, Brandschatzung usw.) kam es sehr schnell und leicht zu Hungersn\u00f6ten.<br>Statt Brot und Gr\u00fctze gab es dann Pferdebohnen (Viehnahrung mit schlechtem erdigen Geschmack), sofern man diese hatte.<br>Weltweit wurden 400 gro\u00dfe Hungersn\u00f6te festgestellt.<br>Hungersn\u00f6te Westeuropas:<br>1315 &#8211; 1317 Hungersnot in weiten Teilen Europas.<br>1618 &#8211; 1648 Hungersn\u00f6te als Folge des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges.<br>1650 Gro\u00dfe Hungersnot in Nordfriesland durch verregneten Ernten.<br><br>1662 In Nordfriesland gro\u00dfe Hungersnot und sehr hohe Preise f\u00fcr Nahrungsmittel. Roggen der bei Normalernten f\u00fcr 4 Mark verkauft wurde kostete jetzt 24 Mark und muss mit Schiffen aus Hamburg gebracht wurden.<br>1816 &#8211; 1817 Hungersnot in weiten Teilen Europas die durch den Ausbruch des Vulkans Tambora in Indonesien ausgel\u00f6st wurde.<br>1845 &#8211; 1849 Ausfall der Kartoffelernte durch Krautf\u00e4ule.<br>Gro\u00dfe Hungersnot in Irland mit 1,5 Mio. Toten und einer Auswanderungswelle nach Amerika.<br>1914 &#8211; 1918 Hungersnot durch den ersten Weltkrieg. Im M\u00e4rz 1919 kam es in Husum zu einem Lebensmittelaufruhr.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br><strong>Hupen<\/strong><br>(angeliter Platt = Haufen). Bezeichnung f\u00fcr Schulklassen. Die meisten Schulen hatten vier Hupen.<br><br><strong>Hurenfrau<\/strong><br>Eine Frau deren Ehe wegen Untreue geschieden wurde. Sie durfte keine neue Ehe eingehen und tat sie es dennoch, galt es als Bigamie. Die aus der neuen Verbindung stammenden Kinder galten jedoch als echtgeborene und waren erbberechtigt.<br><br><strong>Hurenkinder<\/strong><br>Kinder, die im Ehebruch mit einer verheirateten Frau gezeugt wurden. Sie waren nicht erbberechtigt.<br><br><strong>Husum<\/strong><br>Kreisstadt des Kreises Nordfriesland. Entstanden ist die Stadt aus einem alten Siedlungsplatz wie Funde aus der Steinzeit zeigen. Erstmalig erw\u00e4hnt wurde sie 1252, unter den Namen Husembro.<br>1362 bei der Groten Manndr\u00e4nke (Zweite Marcellusflut) ver\u00e4nderte sich der K\u00fcstenverlauf und Husum wurde \u00fcber Nacht zur Hafenstadt.<br>1461 erhielt Husum Fleckengerechtigkeit (s. d.) die sie 1472 nach der Rebellion gegen K\u00f6nig Christian I. wieder verlor.<br>Der Hafen entstand zu Beginn des 15. Jh. als Kriegsschiffe der Hanse mehrmals den Sund in der Ostsee f\u00fcr alle Handelschiffe die nicht zur Hanse geh\u00f6rten, sperrten. Der d\u00e4nische K\u00f6nig verf\u00fcgte daraufhin, dass Waren in Husum angelandet werden sollten, um auf dem Landweg nach Flensburg gebracht zu werden. 1527 wurde Husum lutherisch und gr\u00fcndete die erste Lateinschule. 1601 wurde das erste Rathaus erbaut, das 1702, 1858 und 1893 umgebaut wurde. 1603 erhielt Husum das Stadtrecht.<br>1713 kamen 15.000 Schweden unter General Steenbock nach Husum. Unter ihnen auch Russen und Sachsen. Sie alle hausten f\u00fcrchterlich.<br>Bekannt ist Husum durch den Heimatdichter Theodor Storm der der Stadt durch sein Gedicht auch den Beinamen &#8222;Graue Stadt am Meer&#8220; eintrug.<br><br><strong>Husumer Hofgesangbuch von 1676<\/strong><br>Herzogin Marie Elisabeth (1610 &#8211; 1684) sammelte aus einem Liederschatz von etwa 10.000 Liedern 400 passende (&#8222;f\u00fcgliche und bequeme Psalmen&#8220;) und gab sie 1676 bei Johann Holwein in Schleswig als Gesangbuch heraus. Es galt Jahrelang als verschollen, wurde aber 1979 in einem M\u00fcnchener Antiquariat entdeckt und von Husum zur\u00fcckgekauft.<br><br><strong>Hutstaffierer<\/strong><br>Beruf. Er schm\u00fcckte H\u00fcte mit B\u00e4ndern und Stickereien.<br><br><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">I<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>idem\/ item<\/strong><br>(lat.) derselbe, dasselbe.<br><br><strong>Idstedt<\/strong><br>Schlachtort im schleswig-holsteinischen Krieg (d\u00e4n. Dreijahreskrieg genannt) von 1848 bis 1851 in der N\u00e4he von Schleswig. Auf deutscher Seite k\u00e4mpften die Herzogt\u00fcmer Schleswig und Holstein in einem B\u00fcndnis mit den Staaten des deutschen Bundes gegen das K\u00f6nigreich D\u00e4nemark.<br>Die Problematik der Schlacht von Idstedt war, das viele Schleswig-Holsteiner noch aus der Zeit vor der Erhebung (s. d.) Soldaten in D\u00e4nemark waren. Andere Schleswig-Holsteiner k\u00e4mpften nun auf deutscher Seite und so k\u00e4mpften in einer Art &#8222;B\u00fcrgerkrieg&#8220; teilweise Schleswig-Holsteiner gegen ihre Landsleute. Sogar Br\u00fcder k\u00e4mpften gegen Br\u00fcder.<br>Am 10. 7. 1849 schlo\u00df Preu\u00dfen einen Waffenstillstand und am 2. 7. 1850 einen Sonderfrieden mit D\u00e4nemark. Die Reichstruppen verlie\u00dfen die Herzogt\u00fcmer. Daraufhin waren die Herzogt\u00fcmer allein auf sich gestellt. Die einheitliche Verwaltung des Landes wurde zerrissen.<br>In der Schlacht von Idstedt am 24. und 25. Juli 1850 erlitten die Schleswig-Holsteiner eine Niederlage. Es kam zur Schlacht zwischen ca. 37.000 d\u00e4nischen und 26.000 Schleswig-holstein- ischen Soldaten. Der Verlust (Verletzte und Tote) belief sich auf 3.798 d\u00e4nische und 2.828 schleswig-holsteinische Soldaten. Etwa 1.200 von ihnen fanden den Tod. Die Schlacht galt damit bis zum Zweiten Weltkrieg als die blutigste, die jemals in Nordeuropa ausgefochten wurde.<br><br><strong>ignotus<\/strong><br>(lat.) unbekannt.<br><br><strong>imago mortis<\/strong><br>(lat.) Scheintod.<br><br><strong>Implorant<\/strong><br>Bittsteller vor \u00c4mtern und Gerichten.<br><br><strong>Indinegatsgesetz<\/strong><br>1776 erlassenes Gesetz in dem festgelegt wurde, dass nur diejenigen (D\u00e4nen) , die im Bereich der d\u00e4nischen Krone geboren waren, in den Staatsdienst eintreten durften. Ausgenommen blieben die Kieler Professoren.<br><br><strong>influieren<\/strong><br>(lat.) einwirken.<br><br><strong>Insten<\/strong><br>Insten waren Landbewohner ohne Grundbesitz. Ihr Haus hie\u00df Inste oder Instenstelle. Aus dem mnd. &#8222;Insate&#8220; (Einsasse), also jemand der ein Haus mitbewohnt. Kleinste Form eines l\u00e4ndlichen Anwesens. Diese Besitzlosen bildeten die unterste Stufe der l\u00e4ndlichen Sozialstruktur. Sie lebten in Mietwohnungen die sie geheuert (gemietet) hatten. Darum wurden sie auch als Heuerlinge bezeichnet.<br>Geh\u00f6rte ihnen ein Haus mit etwas Gartenland = Hausinsten; wohnen sie zur Miete = Heuerinsten.<br>Es gab auch Freiinsten die keinen sog. Insten- oder Leibeigenenvertrag hatten. Sie waren zwar frei aber hatten nur den Status von einer Art &#8222;Gastarbeiter&#8220;.<br><br><strong>Insurgenten<\/strong><br>Veraltete Bezeichnung f\u00fcr Aufst\u00e4ndische oder Rebellen.<br><br><strong>Interdikt<\/strong><br>= Untersagung. Kirchenstrafe. Einstellung kirchlicher Handlungen (Taufe, Konfirmation, Heirat, Trauergottesdienst) als Strafe f\u00fcr ein Vergehen gegen das Kirchenrecht (z.B. Sonntagsarbeit)<br><br><strong>Interessent<\/strong><br>(Nordfriesland) Hofbesitzer von H\u00f6fen \u00fcber 60 Demat der Interesse an seinem eigenen Land besitzt. Sie bildeten die Herrenschicht in den Kommunen und nahmen f\u00fcr sich das alleinige Recht in Anspruch in allen Kirchspielangelegenheiten zu bestimmen.<br>Interessenten Friesischer H\u00f6fe waren h\u00e4ufig ausw\u00e4rtig wohnende Eigent\u00fcmer die ihre H\u00f6fe verwalten lie\u00dfen. Auch einige M\u00fchlen waren im Besitz ausw\u00e4rtiger Interessenten.<br><br><strong>Intraden<\/strong><br>Festgesetzte Eink\u00fcnfte.<br><br><strong>Intrede \/ Eintrede<\/strong><br>Geb\u00fchr um B\u00fcrger einer Stadt zu werden. In Flensburg war diese nach &#8222;Zustand und Profession&#8220; in sieben Gruppen gestaffelt.<br>1. Kaufleute<br>2. Handelsleute u. Makler<br>3. Schiffer<br>4. Professionisten 1. Klasse (M\u00fcller, B\u00e4cker, Schlachter)<br>5. Sonstige Professionisten (sonstige Handwerker)<br>6. Schenkwirthe und H\u00f6ker<br>7. Tagel\u00f6hner<br>Kaufleute zahlten im 19. Jh. 24 Mark, Tagel\u00f6hner 6 Mark. Diese Summe stellte f\u00fcr viele eine un\u00fcberwindliche H\u00fcrde dar. Wer nicht zahlen konnte musste einen B\u00fcrgen stellen.<br><br><strong>Introduktion<\/strong><br>Einf\u00fchrung und Einsegnung der Sechsw\u00f6chnerinen (s. d.).<br>Daf\u00fcr gaben die Bohlfrauen 2 Mark und die K\u00e4tnerfrauen 1 Mark 8 \u00df.<br><br><strong>ipso die festum<\/strong><br>(lat.) am Tage des Festes.<br><br><strong>Irrenanstalt \/ Irrenhaus<\/strong><br>Nachfolgerin des Tollhauses (s. d.). In ganz Europa herrschte von 1650 bis 1800 eine Epoche der &#8222;Ausgrenzung der Unvernunft&#8220; vor. Narren und Tolle wurden unter menschenunw\u00fcrdigen Bedingungen in Zucht- oder Arbeitsh\u00e4usern (s. d.) verwahrt.<br>Bettler, Vagabunden, Arbeitslose, Dirnen, mit &#8222;Lustseuche Behaftete&#8220;, Depressive, geisteskranke und behinderte Menschen wurden ohne Unterschied zusammen mit Str\u00e4flingen in einen gemeinsamen Raum gesperrt. Wer au\u00dferhalb der Grenzen der Vernunft, der Arbeit und des Anstandes stand wurde aus der Gesellschaft verbannt. Die offizielle Bezeichnung f\u00fcr solche Menschen war &#8222;Bl\u00f6dsinnige&#8220;.<br>Man hielt Geisteskranke f\u00fcr unempfindlich gegen\u00fcber K\u00e4lte, Hunger, Durst und Schmerzen. Darum lie\u00df man sie fast nackt und teilweise ganz unversorgt. Es gab F\u00e4lle, in denen die W\u00e4rter Geisteskranke f\u00fcr einen kleinen Obolus zur Schau stellten.<br>Die Errichtung von Irrenh\u00e4usern zu Beginn des 19. Jh. f\u00fcr psychisch Kranke war daher ein relativer Fortschritt.<br>1786 wurde die erste Schleswig-Holsteinische Irrenanstalt in L\u00fcbeck eingerichtet.<br>1817 wurde in Schleswig eine Irrenanstalt eingerichtet. Bei der Volksz\u00e4hlung 1835 waren dort 116 M\u00e4nner und 59 Frauen, 1845 waren es 318 Gem\u00fctskranke, davon 216 M\u00e4nner und 102 Frauen.<br>1892 errichtete Pastor Paulsen in Kropp eine private Irrenanstalt Haus Bethesda. Nach Bethesda entstanden zwischen 1892 und 1900 sieben weitere H\u00e4user wie Zoar, Sychar und Patmos f\u00fcr die Aufnahme von Geisteskranken. Es wurden M\u00e4nner und Frauen wie auch Epileptiker, Alkohol- und Nervenkranke aufgenommen. 1900 waren es 300 Personen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>H HabernHafer. HadernSchulden machen. Hadersleben \/ HaderslevMittelalterlich d\u00e4nische Hafenstadt in Nordschleswig an der Haderslebener F\u00f6rde. Einst war sie die n\u00f6rdlichste Stadt des Herzogtums Schleswig. Seit Gr\u00fcndung im Hochmittelalter war Hadersleben Teil des Herzogtums Schleswig und geh\u00f6rte von 1867 bis 1920 zu Preu\u00dfen. Erste Erw\u00e4hnung fand Hadersleben vor 1200.1241 erhielt Hadersleben die Marktgerechtigkeit (s.d.) 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