{"id":723,"date":"2022-07-03T07:28:48","date_gmt":"2022-07-03T05:28:48","guid":{"rendered":"https:\/\/famfl.de\/famfl\/?page_id=723"},"modified":"2022-07-03T09:02:12","modified_gmt":"2022-07-03T07:02:12","slug":"c-d","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/famfl.de\/famfl\/forschung\/tipps\/begriffe\/c-d\/","title":{"rendered":"C &#8211; D"},"content":{"rendered":"\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">C<\/h2>\n\n\n\n<p><br><strong>Calcant \/Kalkant<\/strong><br>Blasebalgtreter. Helfer der beim Orgelspiel die Luftversorgung durch Bedienen der B\u00e4lge besorgte.<br><br><strong>Camisol \/ Kamisol \/ Camisohl<\/strong><br>Das Camisol war eine Art \u00c4rmelweste mit niedrigem Stehkragen mit einer Reihe blanker Kn\u00f6pfe f\u00fcr M\u00e4nner, die bis zu den Knien reichen konnte und gegen Ende des 17. Jh. aufkam.<br>In Angeln war sie Volkstracht der M\u00e4nner. Blaue Jacke mit silbernen Kn\u00f6pfen.<br>Canon \/ Canonis \/ Canonisgelder<br>Abgaben, Pflichten.<br><br><strong>Capistrum<\/strong><br>Halfter, Maulkorb.<br><br><strong>carnalis juncti<\/strong><br>(lat.) fleischlich vereinigt.<br><br><strong>carens<\/strong><br>(lat.) mutterlos (Waise)<br><br><strong>Carolina<\/strong><br>Constitutio Criminalis Carolina. Altes Strafgesetzbuch: &#8222;Reichseinheitliche Peinliche Gerichtsordnung Karls V. von 1532 die auch im Norden Anwendung fand.<br><br><strong>Castelzeug \/ Castel-Ornat \/ Kasselzeu<\/strong>g<br>(casteln = zum Christen machen)<br>Taufkleid, das gegen Geb\u00fchr vom Pastor entliehen wurde. In der besseren Ausf\u00fchrung f\u00fcr 1 Mark, in der geringeren f\u00fcr 12 \u00df.<br><br><strong>cedens<\/strong><br>(lat.) Beim \u00dcberlassungsvertrag der \u00dcbergebende (der vom Hof weichende Altenteiler).<br><br><strong>Cessionarius<\/strong><br>Beim \u00dcberlassungsvertrag der Empf\u00e4nger (Hoferbe).<br><br><strong>Charten<\/strong><br>Postlisten getrennt nach Bestimmungspost\u00e4mtern in die alle Briefsendungen eingetragen wurden. Sie wurden den Briefsendungen beigef\u00fcgt. Bis Ende 1844 wurden diese Listen am Bestimmungspostamt etwa 1\/2 Std. nach Ankunft der Post ausgeh\u00e4ngt. Da sie auch die Namen der Empf\u00e4nger enthielten, konnten die Briefe dann selbst abholen.<br>Wurden sie nicht abgeholt, stellte ein Litzenbruder (s. d.) sie zu, wof\u00fcr 1 Schilling Cour zu zahlen war. Ab 1827 kostete es 3 Reichsbankschilling. Ab 1848 wurde grunds\u00e4tzlich f\u00fcr eine bestimmte Geb\u00fchr (Bestellgeld) zugestellt. Die Charten wurden nicht mehr ausgeh\u00e4ngt.<br>Siehe auch unter Postwesen.<br><br><strong>Christentum \/ Christianisierung<\/strong><br>Bis etwa 800 n. Chr. verehrten die Menschen im Norden die Gottheit Nerthus (s. d.).<br>Nach dem Sieg der Franken \u00fcber die nordelbischen Sachsen 798 n. Chr. konnte sich das Christentum im Norden ausbreiten. Die Christianisierung war verbunden mit dem Benediktinerm\u00f6nch Ansgar (801 &#8211; 865) dem &#8222;Apostel des Nordens&#8220;.<br>Im n\u00f6rdlich der Eider gelegenen Teil Schleswig-Holsteins hielt sich der germanische Glaube noch bis ins 11. Jh. n. Chr. Von Schleswig und den nordischen L\u00e4ndern ausgehend fasste das Christentum langsam ab 1000 n. Chr. (\u00fcber 200 Jahre von germanischen Religionsvorstellungen bis zum Christentum) in Angeln Fu\u00df.<br>966 taufte Bischoff Poppo K\u00f6nig Harald Blauzahn und viele seiner Untertanen lie\u00dfen sich taufen.<br>Unter K\u00f6nig Sven Gabelbart (988 &#8211; 1014 kam es zu Christenverfolgungen im Norden.<br>In einer erstaunlich kurzen Zeit von 1150 bis 1250 wurde in einhundert Jahren die gesamte Kirchspielorganisation aufgebaut. 1200 gab es in Angeln bereits 21 Kirchen und Kirchspiele.<br>Angeln war damit eine der letzten Regionen Schleswigs in die das Christentum Einzug fand in der es aber am schnellsten ging.<br>Die Christianisierung des Nordens erfolgte in vier Stufen:<br>1) um 800 erreichte das Christentum nur Holstein (Storman, Dithmarschen, Holstengau). Die Christianisierung ging einher mit der Unterwerfung der Sachsen.<br>2) Im 10. Jh. begann allm\u00e4hlich eine friedliche Ausbreitung des Glaubens durch Erzbischof Adalbert von Hamburg-Bremen. Es wurden aber lange nicht alle Landesteile erreicht.<br>3) Im 11. Jh. kam es durch st\u00e4ndige \u00dcbergriffe der Slawen, vor allem der Obotriten zu einem R\u00fcckgang des Christentums in Schleswig-Holstein und D\u00e4nemark. Eine starke heidnische Gegenbewegung erreichte im Norden die \u00dcberhand und zerst\u00f6rte christliche Kirchen. Der heidnisch gebliebene Sohn Sven Gabelbarth des zum Christentum bekehrten Harald Blauzahns ermordete seinen Vater und f\u00fchrte seine Untertanen zum heidnischen Glauben zur\u00fcck und eine Christenverfolgung durch.<br>4) Zu Beginn des 12. Jh. wurde ganz Schleswig-Holstein wieder vom Christentum erfasst und brachte eine stabile Kirchenorganisation hervor. Angeln war eine der letzten Regionen in der das Christentum Fu\u00df fasste.<br>Erst ab der Reformation (16. bis 18. Jh.) wurde Angeln evangelisch.<br><br><strong>Cholera<\/strong><br>Schwere bakterielle Infektionskrankheit (Gallenbrechdurchfall). Sie entstand durch Aufnahme von verunreinigtem Trinkwasser. Durch Durchfall entstand ein Fl\u00fcssigkeitsverlust von bis zu 25 Liter pro Tag, was zu schneller Austrocknung f\u00fchrte. H\u00e4ufig verlief die Krankheit t\u00f6dlich. Mitte des 19. Jh. gab es auf dem europ\u00e4ischen Festland und in England eine gro\u00dfe Cholera-Epidemie.<br>1832 Cholera in Schleswig-Holstein, 1867 in Altona. 1892 w\u00fctete die Cholera in Hamburg.<br><br><strong>Christliche Feste und Feiern<\/strong><br>(siehe unter Kirchfeste)<br><br><strong>Cimbrische \/ Kimbrische Halbinsel<\/strong><br>Halbinsel zwischen Nord- und Ostsee, die von der Elbm\u00fcndung bis an die Nordspitze D\u00e4nemarks (Kap Skagen) reicht und etwa 450 Km lang ist. Sie umfasst den gr\u00f6\u00dften Teil Schleswig-Holsteins und das d\u00e4nische Festland.<br>Die Bezeichnung war bereits in der Antike bekannt. Sie leitet sich vom Volk der Cimbern \/ Kimbern ab, die wahrscheinlich die Halbinsel besiedelten.<br><br><strong>Circular<\/strong><br>Schriftliche Mitteilung die nach einem festgelegten Plan von Haus zu Haus weitergereicht, gelesen, unterschrieben und dann an den N\u00e4chsten weitergereicht wurde.<br>In einigen D\u00f6rfern wurden auch &#8222;eiserne St\u00f6cke&#8220; mit angeheftetem Zettel weitergereicht. F\u00fcr geringe Anl\u00e4sse der &#8222;kleine Stock&#8220; und f\u00fcr wichtige der &#8222;gro\u00dfe Stock&#8220;.<br><br><strong>Collecteur<\/strong><br>Beruf. T\u00e4tigkeit. Einsammler z. t. f\u00fcr die Lotterie.<br><br><strong>Commerzierender B\u00fcrger<\/strong><br>Kaufmann.<br><br><strong>Commis<\/strong><br>Handlungsgehilfe.<br><br><strong>con<\/strong><br>(lat.) Ehefrau<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Condukt<\/strong><br>Geistliche Begleitung bei einem Begr\u00e4bnis.<br><br><strong>Conduktor<\/strong><br>P\u00e4chter oder Mieter.<br><br><strong>Concordat cum Original<\/strong>e<br>\u00dcbereinstimmung mit der Urschrift.<br><br><strong>concubitus anticipatus<\/strong><br>(lat.) vorehelicher Beischlaf. Dieser f\u00fchrte z. B. 1830 im Kirchspiel Gelting zu 7 % unehelicher Schwangerschaften. Von 65 Ehepaaren hatten nachweislich 35 Paare vorehelichen Beischlaf. Besonders bei den niedersten St\u00e4nden (Tagel\u00f6hner, Insten) waren die unehelichen Geburten ein Problem, weil sie die allgemeine Armut vergr\u00f6\u00dferten.<br><br><strong>Confitenten<\/strong><br>1) Beichtende die zur Beichte gehen.<br>2) Teilnehmer am Abendmahl.<br><br><strong>conjux , conjugum, conjugalis<\/strong><br>(lat.) ehelich.<br><br><strong>conjugatus \/ coniugatus<\/strong><br>(lat.) verheiratet.<br><br><strong>Conleute<\/strong><br>Eheleute.<br><br><strong>consorte<\/strong><br>(lat.) Ehefrau<br><br><strong>Contant<\/strong><br>Gegen Barzahlung.<br><br><strong>Conterfeyer \/ Konterfeyer<\/strong><br>Beruf. Potr\u00e4tmaler.<br><br><strong>Contravention<\/strong><br>Zuwiderhandlung. Gesetzesversto\u00df. Verletzung von Regeln.<br><br><strong>Contribution<\/strong><br>Eine Steuerart zur Finanzierung von Kriegen und stehenden Heeren.<br><br><strong>Contribualer Pflug<\/strong><br>Steuerpflichtiger Pflug (ein Pflug = 80 Tonnen gro\u00df = 53,816 Hektar). Als Landma\u00df bezeichnete er die Fl\u00e4che Landes, zu deren Bearbeitung ein Pflug mit vollem Gespann n\u00f6tig war. Das Ma\u00df war je nach Lage und Bodenart unterschiedlich.<br><br><strong>Copulation \/ Kopulation<\/strong><br>Eheschlie\u00dfung.<br><br><strong>Copulationsregister<\/strong><br>Heiratsregister.<br><br><strong>Corrigende<\/strong><br>Str\u00e4fling. Strafgefangene aus dem Zuchthaus Rendsburg, die zu Karrenstrafen verurteilt waren. Sie wurden im Moor zur Torfgewinnung, bei Deich- und Kanalbauten und Trockenlegungen eingesetzt.<br><br><strong>cum pertinentiis<\/strong><br>(lat.) mit Zubeh\u00f6r.<br><br><strong>curator \/ Curatore<\/strong><br>(lat.) Vormund, Pfleger.<br><br><strong>curia \/ Curie<\/strong><br>(lat.) Hof, Geb\u00e4ude, Gericht.<br><br><strong>Cursener \/ Korsener \/ K\u00fcr\u00dfner<\/strong><br>Beruf. K\u00fcrschner<br><br><strong>custus<\/strong><br>(lat.) Verwalter, Aufseher, W\u00e4chter, K\u00fcster.<br><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">D<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Dacia<\/strong><br>Ordensprovinz der Franziskaner im Norden die 1239 &#8211; 1243 eingerichtet wurde. Zust\u00e4ndig f\u00fcr die Minderbr\u00fcder in D\u00e4nemark, Norwegen, Schweden und Riga. Die Provinz Dacia umfasste um 1300 24 Kl\u00f6ster und um 1500 48 Kl\u00f6ster.<br>Eine wichtige Neuerung der Ordensprovinz Dacia war die f\u00fcr damalige Zeit unvorstellbare demokratische Struktur. Es gab freie Wahlen und Abstimmungen zu Daseinsfragen.<br><br><strong>D\u00e4hnischer Wohld \/ D\u00e4nischer Wohld<\/strong><br>Halbinsel und Waldgebiet zwischen Eckernf\u00f6rder Bucht und Kieler F\u00f6rde im Landesteil Schleswig an der Treene. Wohngebiet der J\u00fcten (s. d.).<br><br><strong>D\u00e4nenzeit \/ D\u00e4nische Zwangsherrschaft<\/strong><br>Die franz\u00f6sische Revolution 1848 ersch\u00fctterte auch D\u00e4nemark. Eine Volksbewegung setzte die Ernennung einer eiderd\u00e4nisch gesinnten Regierung in Kopenhagen durch. Der K\u00f6nig musste das Programm der Eiderd\u00e4nen anerkennen. Damit war f\u00fcr die Schleswig-Holsteiner das Band zwischen dem Herzogtum Schleswig zerschnitten und der Vertrag von Ripen (Ribe) gebrochen worden. Sie bekannten sich zum Schleswig-Holstei- nischen Gedankengut. So kam es am 23.\/24. 3. 1848 zur Erhebung in Kiel, zur Bildung der Provisorischen Regierung (s. d.) und schlie\u00dflich zum B\u00fcrgerkrieg, der bis 1851 dauerte.<br>D\u00e4nenzeit nennt man die Zeit von 1850 bis 1864 in der die Schleswiger von den D\u00e4nen drangsaliert und unterdr\u00fcckt wurden. Sie begann mit der Niederlage der Schleswig-Holsteiner in der Schlacht bei Idstedt und der Einverleibung des Herzogtums Schleswig in das D\u00e4nische Reich. In Schleswig gab es eine Gegenstr\u00f6mung f\u00fcr den Anschlu\u00df an den Deutschen Bund.<br>Das d\u00e4nische Sprachreskript (s. d.) von 1851 brachte eine totale Ver\u00e4nderung. Die Amtssprache im Herzogtum Schleswig wurde d\u00e4nisch. An Schulen durfte nur noch d\u00e4nisch unterrichtet und in Kirchen nur noch d\u00e4nisch gepredigt werden. Deutsche Lehrer und Pastoren wurden fristlos entlassen.<br>Alles deutsche Schrifttum, Kulturgut und deutsche Symbolik wie Schleswig-Holsteinische Lieder und Fahnen wurden verboten. Schleswig-Holstein durfte nicht mehr mit Bindestrich geschrieben werden sondern mit einem und. Deutsche Vereine wurden aufgel\u00f6st.<br>(siehe auch unter Erhebung, Gesamtstaat, Idstedt, Nationale Erhebung, Provisorische Regierung, Kriege, Sprachreskript)<br><br><strong>D\u00e4nische Ackerakademie<\/strong><br>Am 13. Juli 1763 gr\u00fcndete Propst L\u00fcders in Gl\u00fccksburg (s. d.) die D\u00e4nische Ackerbauakademie mit dem Ziel der F\u00f6rderung der Landwirtschaft. Mit dem Tode L\u00fcders 1786 schlief sie wieder ein. Auch wurde nie eine Ackerschule aus ihr, wie L\u00fcders es geplant hatte. Die Erfolge bei der Belehrung der Landwirte waren aber sehr gro\u00df wie z. B. beim Leinbau, des Mergelns, der Fruchtfolgen, der Knickwirtschaft, Aufl\u00f6sung der Feldgemeinschaft und des Kartoffelanbaus.<br><br><strong>Danehof<\/strong><br>Institution des Hoftages. Sp\u00e4ter als Reichsrat des d\u00e4nischen K\u00f6nigreichs die h\u00f6chste gesetzliche Versammlung der St\u00e4nde und gleichzeitig das Obergericht f\u00fcr staatsrechtliche Fragen. Der Danehof oder Reichsrat war Ausdruck der wachsenden Macht des Adels gegen\u00fcber dem d\u00e4nischen K\u00f6nig. Ab 1282 verlangte der Reichsrat von jedem K\u00f6nig, den er w\u00e4hlte, eine sog. Handfeste.<br>Vor der Reformation in D\u00e4nemark 1536 hatte der Reichsrat ca. 30 Mitglieder, danach nur noch 23 die vom K\u00f6nig auf Lebenszeit ernannt wurden.<br>1660 schaffte sich der Reichsrat in einem Staatsstreich selbst ab.<br><br><strong>Daguerreotypist<\/strong><br>Fotograpf (ab 1846 in Schleswig-Holstein).<br><br><strong>Danewerk<\/strong><br>D\u00e4nisches Befestigungswerk der d\u00e4nischen K\u00f6nige aus dem Hoch- und Fr\u00fchmittelalter bei Schleswig. Gebaut wurde es gegen \u00dcberf\u00e4lle der Sachsen, Franken und slawischer St\u00e4mme aus dem S\u00fcden.<br>Es hatte urspr\u00fcnglich eine L\u00e4nge von 30 km.<br>Das Danewerk besa\u00df nur ein Tor, das Wieglesdor, durch das auch der Ochsenweg passierte.<br>Es wurde in 3 Phasen errichtet. Erste Phase 737 n. Chr. durch den D\u00e4nenk\u00f6nig G\u00f6ttrick, zweite Phase zwischen 800 bis 1000 u.a. von K\u00f6nig Gudfried, von Sven Gabelbart und Harald Blauzahn.<br>Die dritte Endphase (Hauptmauer von 3,7 km auch Waldemarsmauer (s. d.) um 1170 von K\u00f6nig Waldemar.<br><br><strong>Danebrog \/ Dannebrog<\/strong><br>D\u00e4nische Fahne. W\u00f6rtliche \u00dcbersetzung &#8222;D\u00e4nisches Tuch&#8220;. Sie war rot mit einem wei\u00dfen skandinavischen Kreuz und sie war eine der \u00e4ltesten Flaggen der Welt, die schon Ende des 14. Jh. in einem Wappenbuch abgebildet war. Der Legende nach war sie K\u00f6nig Waldemar 1219 in der Schlacht von Lyndanisse gegen die heidnischen Esten, als diese f\u00fcr ihn schon verloren schien, vom Himmel gefallen und hatte die Esten vernichtet.<br>1854 wurde der Dannebrog zur Staatsflagge.<br>(Sie auch unter Flaggentage)<br><br><strong>Dannebrogsmann<\/strong><br>D\u00e4nischer Orden der urspr\u00fcnglich aus 50 Adeligen und dem d\u00e4nischen K\u00f6nig Christian V. als Ordensherr bestand. Die Mitglieder des Ordens nannten sich Dannebrogsmann.<br><br><strong>Darg<\/strong><br>(nordfriesisch) Unter der Nordsee auf dem Meeresboden befindlicher Schilftorf mit sehr hohem Salzgehalt (aus dem Meerwasser), der \u00fcber Jh. bei Ebbe abgebaut, und aus dem das Friesensalz (s. d.) gewonnen wurde.<br><br><strong>Datum<\/strong><br>(vom lateinischen dare = geben.<br>Benennung eines Tages im jeweiligen Kalenderjahr.<br>Die christliche Zeitrechnung geht meist auf den Julianischen Kalender zur\u00fcck. Die Zeitrechnung in Wochen und Tagen nimmt auf die Sch\u00f6pfung der Welt in sieben Tagen Bezug.<br>Der Jahresanfang 1. Januar geht auf den Julianischen Kalender zur\u00fcck.<br>Die 7 Tage der babylonischen Woche wurden nach den wichtigsten Himmelsk\u00f6rpern und Planeten (Sonne, Mond, Mars, Merkur, Jupiter, Venus und Saturn) benannt.<br>(siehe unter Wochentage)<br>Die Germanen \u00fcbernahmen im 4. Jh. das System, benannten es aber nach ihren G\u00f6ttern (Donar, Freya usw.)<br>Im Mittelalter hatten alle Tage des Jahres einen Namen mit Bezug zu einem gro\u00dfen Ereignis. (An Johanni; Drei Jahre nach der &#8222;Gro\u00dfen Manndr\u00e4nke&#8220; usw. Vor der Einf\u00fchrung des Gregorianischen Kalenders (1582) gab es keine einheitlichen Datumsangaben.<br>Im Mittelalter nahm die Bedeutung der Tagesz\u00e4hlung nach dem christlichen Festkalender zu, der sich nach dem Ostertermin orientiert und nach den Heiligentagen.<br>Bis ca. 1750 wurde der entsprechende Wochentag (auf lateinisch) danach, also z. B. Luna post Exaudi, d.h. Montag nach Exaudi benannt.<br><br><strong>Davids-Quadrant<\/strong><br>Winkelme\u00dfinstrument des 16. Jh. als Vorl\u00e4ufer des Sextanten zur Schiffsortbestimmung. Mit dem Davids-Quadranten konnte aber nur der Sonnenstand und nicht der Gestirne bestimmt werden.<br><br><strong>dedit<\/strong><br>(lat.) er\/sie hat gegeben. Eintragung in Geb\u00fchrenlisten.<br><br><strong>Deenstenwessel \/ Dienstwechsel<\/strong><br>(Nordfriesland) Am 22. Februar, dem Peterstag, war Tag des Stellungswechsels. An diesem Tag erhielten M\u00e4gde und Knechte ihren Jahreslohn. Ein junger Knecht erhielt 25 und eine \u00fcber 20j\u00e4hrige Magd 23 Taler pro Jahr. Der \u00e4lteste Burknecht erhielt um die 100 Taler Jahreslohn. Zus\u00e4tzlich bekamen die Knechte ein Schaf im Gras ihres Bauern und die M\u00e4gde etwas Wolle.<br><br><strong>Defensor<\/strong><br>Verteidiger des Angeschuldigten bei Straff\u00e4llen.<br><br><strong>deferieren<\/strong><br>anerkennen.<br><br><strong>defunctus<\/strong><br>(lat.) bereits verstorben.<br><br><strong>Defunktus\/Demortuus<\/strong><br>Verstorbener.<br><br><strong>Degn<\/strong><br>(d\u00e4n.) K\u00fcster. Kirchdiener<br><br><strong>Deichbau<\/strong><br>Mit dem Anwachsen der Bev\u00f6lkerung im Mittelalter gewann der Ackerbau an Bedeutung und man versuchte dem Meer Land abzugewinnen. Erste Marschbodendeiche waren nur etwa 1 m hoch und sch\u00fctzten nur im Sommer als sog. Sommerdeiche. Winterdeiche entstanden erst im sp\u00e4ten Mittelalter.<br>1432 wurde ein erster Deich zwischen Husum und R\u00f6demis gebaut.<br>Im 15. Jh. wurden auch sog. Sackdeiche die zur Seeseite eine bis zu zwei Meter hohe Wand aus Holzplanken. Sie hatten einen enormen Holzverbrauch und f\u00fchrten mit zur Entwaldung der Westk\u00fcste. Ihr Unterhalt war schwierig und kostspielig.<br>Erst im 18. Jh. entwickelten sich mit den Schardeichen preiswerte Alternativen.<br>Schardeiche sind Deiche direkt am Meer, die nicht durch Vorland gesch\u00fctzt sind und zum Wasser hin flach abfallen. Bis zum sp\u00e4ten 18. Jh. wurde ihr Fu\u00df mit Stroh &#8222;bestickt&#8220;, danach mit Steinen, Beton oder Asphalt.<br>Nicht jeder Deichbau gl\u00fcckte und war ein sehr spekulatives Gesch\u00e4ft. Die Erbewegungen waren mit Tragen eine gigantische Aufgabe. Erst mit Einf\u00fchrung der Schubkarre 1610 beim Deichbau im Sieversflether Koog auf Eiderstedt fand eine revolution\u00e4re Erleichterung statt. Zur Nutzung der Karren wurden schmale Bohlenwege gelegt.<br>(Siehe auch unter Lawai)<br><br><strong>Deich-Ediger<\/strong><br>Bezeichnung f\u00fcr den Deichw\u00e4chter. (Nur auf Eiderstedt gebr\u00e4uchlich). Sie waren Mitarbeiter des Deichgrafen und f\u00fcr bestimmte Deichabst\u00e4nde zust\u00e4ndig.<br><br><strong>Deichgraf<\/strong><br>Vorsteher eines genossenschaftlichen Deichverbandes der f\u00fcr Erhaltung und Anlage der Deiche verantwortlich war. Die Deichverb\u00e4nde gingen auf die Selbstorganisation der Friesen zur\u00fcck, die den K\u00fcstenschutz und die Entw\u00e4sserung an der Nordsee gemeinschaftlich organisierten.<br>Der Deichgraf hatte zum Schutz des Deiches \u00f6rtliche Polizeigewalt.<br>Das Amt wurde in Nordfriesland im 17. Jh. geschaffen. Die Deichordnungen von 1582 und 1595 kannten dieses Amt noch nicht.<br><br><strong>Deichlast<\/strong><br>Eine Regelung innerhalb des Deichrechts, die den Unterhalt der Deiche beinhaltete. Einst oblag die Deichlast den hinter den Deichen lebenden Bauern (Siehe auch unter Spadelandrecht). Im 17. Jh. wurden sie den Deichverb\u00e4nden \u00fcbertragen und f\u00fcr den Einzelnen bestand sie nur noch aus einer Beitragslast.<br><br><strong>Deligence<\/strong><br>Personenpostkutsche.<br><br><strong>Demath \/ Demat<\/strong><br>Altes Fl\u00e4chenma\u00df in Nord-Friesland; allgemein 56,7383 Ar gro\u00df, ca. 0,5 ha. Aus dem fries. &#8222;Dagmet&#8220; &#8222;Tag = d\u00e4&#8220;, soviel wie ein guter Arbeiter an einem Tag m\u00e4hen konnte.<br>Das Demat l\u00f6ste 1799\/1800 die alten Ma\u00dfe &#8222;Ammerland&#8220; f\u00fcr Getreidefl\u00e4chen, L\u00e4\u00e4staal f\u00fcr Heuland (Wagenlastmenge bei der Heugewinnung) und Beltring f\u00fcr die Weidefl\u00e4che ab. Die alten Ma\u00dfe waren von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich.<br><br><strong>denar<\/strong><br>(lat. denarius) M\u00fcnzgewicht.<br>1) Hauptsilberm\u00fcnze Roms von 211 v. Chr. bis ins 3. Jh.<br>2) Im Mittelalter = Pfennig.<br><br><strong>denatus<\/strong><br>(lat.) verstorben.<br><br><strong>dengeln<\/strong><br>Sch\u00e4rfen der Sensen mit dem Dengelhammer auf dem Dengelambos. An Sommerabend h\u00f6rte man des Abends \u00fcberall im Dorf das Ping ping ping des Dengelns.<br><br><strong>Denunziationsgeb\u00fchr<\/strong><br>Von der Obrigkeit (Adel, Kommune, Kirche, Justiz) eingef\u00fchrte Belohnung oder Anzeigepflicht f\u00fcr Verrat von Delikten und Vergehen. Der Denunziant erhielt als Belohnung f\u00fcr seinen Verrat einen Teil, in einigen F\u00e4llen bis zur H\u00e4lfte der Strafe, die der Verratene zahlen musste.<br><br><strong>Deprecantenregister<\/strong><br>Verzeichnisse von all denen, die &#8222;wegen verbotenen Beyschlafs straff\u00e4llig&#8220; geworden waren.<br><br><strong>Deputat \/ Deputanten<\/strong><br>(lat. deputare = zuteilen) regelm\u00e4\u00dfige Leistungen in Naturalien als Teil des Lohns. Deputanten waren verheiratete Arbeitskr\u00e4fte mit selbst\u00e4ndigem Haushalt die durch Deputat in Form von Naturalien, \u00dcberlassung von Deputatland und &#8211; Wohnung entlohnt wurden. In Norddeutschland hei\u00dfen sie &#8222;Einlieger&#8220; oder Insten s.d.)<br><br><strong>Deputatwild<\/strong><br>In den Wildbahnen der Landesherren amtierten die Hegereiter (s. d.). Diese hatten u. a. daf\u00fcr zu sorgen, dass an Privilegierte wie hohe Beamte, Landgerichte, Amtm\u00e4nner, Prinzessinnen, Beamten &#8211; Witwen zahlenm\u00e4\u00dfig gestaffelte Wilddeputate geliefert wurden, auf die diese einen rechtlichen Anspruch hatten. Schon 1757 waren diese Lieferungen wegen Wildmangels kaum noch zu erf\u00fcllen und die Hegereiter f\u00fchrten Verteilungsk\u00e4mpfe mit den Landesherren.<br><br><strong>Deutsch-D\u00e4nische Grenze von 1920<\/strong><br>Nach der Abstimmung von 1920 (s. d.) wurde zwischen Deutschland und D\u00e4nemark eine neue Grenze n\u00f6rdlich von Flensburg und durch die Flensburger F\u00f6rde gezogen. Sie war eine Folge der deutschen Niederlage nach dem 1. Weltkrieg. In der Deutsch-D\u00e4nischen Geschichte hatte diese Grenze bis dahin nie existiert und bisher nie einen Grenzcharakter. Da sich Deutsche und D\u00e4nen nach der Abstimmung 1920 (s. d.) nicht \u00fcber den neuen Grenzverlauf einigen konnten, setzten die Allierten diese am 16. Juni 1920 fest.<br>Am st\u00e4rksten betroffen wurde der Landkreis Tondern, der in zwei H\u00e4lften zerschnitten wurde. Dabei kam die Stadt Tondern zu D\u00e4nemark und aus den s\u00fcdlichen Restgebieten wurde der neue deutsche Kreis S\u00fcdtondern gebildet.<br>Auf beiden Seiten der Grenze entstanden Minderheiten aus den bei der Abstimmung unterlegenen Menschen. In D\u00e4nemark n\u00f6rdlich der Grenze die Deutsche Minderheit und auf s\u00fcdlicher Seite in Deutschland die D\u00e4nische Minderheit (SSW) die noch heute einen politischen Sonderstatus genie\u00dfen.<br>\u00d6konomisch brachte die Grenzziehung 1920 f\u00fcr beide Seiten erhebliche Probleme mit sich. M\u00e4rkte und Arbeitspl\u00e4tze gingen verloren und Familien wurden getrennt.<br>Dem Deutschen Reich gingen 4.000 qkm mit 170.000 Einwohnern verloren.<br>(siehe auch unter Abstimmung 1920)<br><br><strong>Deutsch-D\u00e4nischer Krieg 1864<\/strong><br>Auch Zweiter Schleswiger Krieg vom 1. Februar bis 18. April 1864 zwischen dem K\u00f6nigreich D\u00e4nemark und dem Deutschen Bund (Preu\u00dfen, \u00d6sterreicher, Schleswig-Holsteiner). Die Truppenst\u00e4rke betrug bei Kriegsausbruch auf deutscher Seite 61.000 Mann und bei D\u00e4nemark 38.000 Mann. Die deutsche Seite wurde sp\u00e4ter um nochmals 20.000 Mann verst\u00e4rkt. Die entscheidende Schlacht erfolgte auf den D\u00fcppeler Schanzen (s. d.) und endete mit dem Sieg des Deutschen Bundes am 18. 4. 1864. (s. u. Kriege) und dem Anschluss des Herzogtums Schleswig an Preu\u00dfen.<br>Siehe auch unter Optanten.<br><br><strong>Deutsches Haus in Flensburg<\/strong><br>Als Dank f\u00fcr &#8222;Deutsche Treue&#8220; bei der Volksabstimmung 1920 (s. d.) erhielt Flensburg 1930 von der deutschen Regierung das Deutsche Haus als Geschenk zur Nutzung als Kultur- und Veranstaltungszentrum. Architekt war Baurat Ziegler der es aus rotem Backstein im Stile der sog. &#8222;Schleswig-Holsteinischen Heimatschutzarchitektur&#8220; erbaute. Die Einweihung erfolgte am 27. September 1930.<br><br><strong>Dezennien<\/strong><br>(lat. decem = zehn). Jahrzehnte. Dezennium = Lebensjahrzehnt.<br><br><strong>Dienerb\u00fccher<\/strong><br>Verzeichnisse von Personen, die einer Herrschaft (Hof, Landesverwaltung) dienstrechtlich verbunden waren. Das waren nicht Diener im heutigen Sinne sondern alle von hohen W\u00fcrdentr\u00e4gern wie dem Hofmeister bis hin zum Stallknecht, vom h\u00f6chsten Landesbeamten bis hin zum Gesinde. Dienerb\u00fccher gab es vom 15. bis zum 19. Jh. Sie wurden chronologisch gef\u00fchrt oder waren nach \u00c4mtern alphabetisch geordnet. Aufgef\u00fchrt wurden Namen, Anstellungsdaten, Entlohnung, Funktion und Rang. Dienerb\u00fccher wurden \u00fcberall in Deutschland gef\u00fchrt.<br><br><strong>Dienstentweichung<\/strong><br>Flucht aus der Leibeigenschaft.<br>&#8222;Jedenfalls nahm das seit 1558 feststellbare Entweichen der Gutsuntergeh\u00f6rigen aus dem Drucke der t\u00e4glichen Frondienste (auf Gut Roest) nicht ab.&#8220;<br>&#8222;Von 485 Leibeigenen die seit 1767 auf den G\u00fctern Osterade und Kluvensiek konfirmiert wurden, waren 64 entlaufen.&#8220;<br>Die Entlaufenen suchten in den St\u00e4dten, in Dithmarschen oder Eiderstedt und auch unter den Soldaten ein ertr\u00e4glicheres Dasein. Viele von ihnen aber wurden, weil es Belohnungen f\u00fcr Denuntianten gab, wieder gefasst, zur\u00fcckgebracht und hart bestraft.<br><br><strong>Dienstgelder<\/strong><br>Geldleistungen der Bauern f\u00fcr die Befreiung (Abl\u00f6sung) von Pflichtleistungen wie Hand- und Spanndiensten.<br><br><strong>Dienstland<\/strong><br>Land in Form von Kohlhof, Acker-, Wiesen-, Weide, Moorland, H\u00f6lzung, das Pastoren, K\u00fcstern, Organisten und Lehrern als Teil ihrer Bezahlung zu eigener Nutzung zu Verf\u00fcgung gestellt wurde.<br><br><strong>Diffamation<\/strong><br>L\u00e4sterung, \u00fcble Nachrede.<br><br><strong>Dignit\u00e4re<\/strong><br>W\u00fcrdentr\u00e4ger der Kirche die die h\u00f6chsten Stellen in den Domkapiteln (Propst, Dechant) innehatten.<br><br><strong>Dikasterien<\/strong><br>(griech.-lat.).Gerichtsh\u00f6fe. Die mit der Leitung der Kirche beauftragten Zentralbeh\u00f6rden der r\u00f6mischen Kurie.<br><br><strong>Ding \/ Thing \/ Thingplatz<\/strong><br>Ding ist die nieder- und hochdeutsche und Thing die norgermanische Bezeichnung f\u00fcr die alte Volksversammlung.<br>Das Wort kommt von &#8222;dehnen&#8220; oder &#8222;spannen&#8220;. Der Thingplatz wurde n\u00e4mlich durch Dingst\u00f6cke als Eckpunkte abgesteckt zwischen denen ein Seil als Absperrung gespannt wurde.<br>Im germanischen Thing wurde \u00fcber Ma\u00dfnahmen der Gemeinschaft, \u00fcber Krieg und Frieden, Recht und Gesetzt beraten und entschieden. Sp\u00e4ter wurden auf dem Thing auch praktische Fragen behandelt wie der Verkauf von Grundst\u00fccken und auch Straftaten.<br>Daher kommt auch die Aussage: &#8222;Der T\u00e4ter wurde dingfest gemacht.&#8220;<br>Ding galt sp\u00e4ter nur noch f\u00fcr Gericht, Gerichtstag auf dem Thingplatz. Das Ding (Thing) wurde meistens 14t\u00e4gig abgehalten. Die M\u00e4nner des Dorfes wurden durch den &#8222;Bott-Hammer&#8220; (s. d.) der von Haus zu Haus ging zu den Thingtagen eingeladen.<br>Bis Mitte des 18. Jh. wurden das Ding unter freiem Himmel (oft unter alten Eichen) abgehalten, sp\u00e4ter ab 1750 im Hause des Hardesvogtes oder sogar in Lokalen.<br>Das Thing wurde erst nach 1850 aufgehoben.<br><br><strong>Dingeltag \/ Thingtag<\/strong><br>Ding-Gerichtstag. Tagte in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden oft 14-t\u00e4gig. (siehe wie vor)<br><br><strong>Dingh\u00f6rer<\/strong><br>Zeuge beim Dinggericht.<br><br><strong>Dingschreiber<\/strong><br>Protokollf\u00fchrer beim Dinggericht.<br><br><strong>Dingst\u00f6cke<\/strong><br>1) Der Dingplatz wurde durch vier Dingst\u00f6cke abgesteckt die mit Schn\u00fcren miteinander verbunden waren. In diesem abgesteckten umfriedetem Raum &#8222;binnen de veer Dindstokken&#8220; sagten die Zeugen, Kl\u00e4ger und der Angeklagte aus. Vor dem Betreten dieses Raumes mussten alle Waffen abgelegt werden und alle waren gleich. Am n\u00e4chsten diesem &#8222;gehegeden&#8220; Raum standen die Sandm\u00e4nner. Der Sandmann leitete das Thing.<br>2) Dingstock \/ Dingwalze \/ Dingwall \/ D\u00f6rpskn\u00fcppel \/ Bauernstock. Urspr\u00fcnglich h\u00f6lzerner, sp\u00e4ter metallener Stab mit dem der Bauernvogt seine Versammlung einberief. Amtliche Mitteilungen innerhalb einer Dorfgemeinschaft wurden mit dem Dingstock verbreitet.<br>Mit 1) hatte dieser nichts zu tun. In den vier Seiten des Stockes waren die Hausmarken (s. d.) der stimmberechtigten Bauern eingeritzt die am Bauernthing (Bauernversammlung) teilnehmen sollten. Mit dem umlaufenden Dingstock wurden sie zur Versammlung gerufen. In den verschiedenen Kirchspielen gab es sehr verschiedene Dingst\u00f6cke aus Eisen oder Holz. Teilweise wurden sie noch bis Anfang des 20. Jh. gebraucht.<br>Es gab auch Gemeinden wo Dorfglocken oder Blash\u00f6rner den Dingstock ersetzten und zum Dorfding luden.<br><br><strong>Dingswinde<\/strong><br>(Dingeswinde) Gerichtsprotokoll, Gerichtszeugnis. Alle Beschl\u00fcsse des Thinggerichtes wurden in Protokollen (Dingswinden) festgehalten.<br><br><strong>Dirne<\/strong><br>Weibliche Person niederen Standes. Dienstm\u00e4dchen, Magd, Leibeigene. Sp\u00e4ter auch f\u00fcr Prostituierte. Ledige Frauen (s. d.) konnten im Mittelalter nicht von ihrem Lohn leben und waren h\u00e4ufig zur Prostitution gezwungen.<br>Als leichtfertige Frauen, Huren und Dirnen wurden die Frauen bezeichnet, die ab und zu oder kontinuierlich auf die Prostitution angewiesen waren.<br>F\u00fcr Dirnen gab es bestimmte Kleidervorschriften, z. B. Schleier oder Hutb\u00e4nder, die sie auf den ersten Blick erkennbar machten.<br><br><strong>Disparagium (Mittelalter)\/ disparat (lat.)<\/strong><br>Missheirat mit einer nicht ebenb\u00fcrtigen Person aus Standes-, famili\u00e4ren und Glaubensgr\u00fcnden. Das Normale war eine ebenb\u00fcrtige Heirat.<br><br><strong>Dispensation<\/strong><br>Vom lat. dispens = amtliche Befreiung von einem Verbot oder Gebot.<br>1) Genehmigung zur Eheschlie\u00dfung unter Verwandten.<br>Dispositiones matrimoniales.<br>2) Genehmigung der Haustrauung. (siehe auch unter Hauskopulation)<br>3) Befreiung von der Schulpflicht w\u00e4hrend der Erntezeit.<br><br><strong>Distriktschulen<\/strong><br>\u00c4hnlich den Nebenschulen (s. d.). Im Gegensatz zu diesen wurden die Lehrer vom Pastor ausgew\u00e4hlt und nicht von der Dorfgemeinschaft. Fast immer waren K\u00fcster die Lehrer. Auch musste die Distriktschule im Gegensatz zur Nebenschule ganzj\u00e4hrig betrieben werden.<br>Seit 1760 mussten Nebenschulen (d\u00e4n. Biskole) in Distriktschulen umgewandelt werden.<br><br><strong>Ditten<\/strong><br>Getrockneter Kuhdung in Form von Platten der bis in die 60er Jahre auf den Halligen als Heizmaterial verwendet wurde.<br><br><strong>Dizimien<\/strong><br>Torfzehnte. Abgabe f\u00fcr die Genehmigung zum Torfstechen.<br><br><strong>D\u00f6ns<\/strong><br>Beheizbarer Wohnraum in dem sich das t\u00e4gliche Leben der Bauernfamilie abspielte. Hier wurde gegessen, gearbeitet und in Alkoven (s. d.) die in die Zwischenw\u00e4nde der Zimmer eingebaut waren, geschlafen.<br>Beheizt wurde die D\u00f6ns von der K\u00fcche aus durch einen Bilegger (s. d.)<br><br><strong>Doggerbank<\/strong><br>Eine gro\u00dfe langgestreckte und nur teilweise 13 m unter dem Meeresspiegel liegende Sandbank in der Nordsee. Sie gilt als nordwestliche Begrenzung der Deutschen Bucht. Das Westende war rd. 100 KM von der britischen Ostk\u00fcste und das Ostende rd. 125 &#8211; 150 KM von der d\u00e4nischen Westk\u00fcste entfernt. Sie ist zwischen 300 &#8211; 350 Km lang und bis zu 120 Km breit. Die Meerestiefe \u00fcber der Doggerbank liegt zwischen 30 und 13 m.<\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>Doggerbankkrankheit<\/strong><br>Eine juckende Hauterkrankung die nur bei Nordseefischern vorkam die \u00fcber der Doggerbank mit Grundschleppnetzen fischten. Es handelte sich bei ihr um eine allergische Reaktion die auf Moostierchen die auf der Doggerbank leben zur\u00fcckgef\u00fchrt wird.<br><br><strong>Dohm<\/strong><br>Titel \u00e4hnlich dem des Achtmanns (1750 wurde er als Dohm und ab 1765 als Achtmann genannt).<br><br><strong>Dolmen<\/strong><br>(bretonisch = Steintisch). Aus gro\u00dfen Steinen errichtetes vorgeschichtliches Bauwerk (Steingrab) der Megalithkultur (4000 bis 2000 v. Chr.) und der Jungsteinzeit.<br><br><strong>Dom\u00e4ne<\/strong><br>(vom lat. dominium = Herrschaft, Herrschaftsbereich. Bezeichnung f\u00fcr ein Landgut (Gutshof, Rittergut, Kammergut)<br>Eine Staatsdom\u00e4ne war eine in Staatseigentum befindliche gro\u00dfe l\u00e4ndliche Besitzung.<br><br><strong>Domestiquen \/ Domestiken<\/strong><br>Niederes Personal und Dienerschaft in Herrenh\u00e4usern.<br><br><strong>Domkapitel in Schleswig<\/strong><br>Leitendes Gremium aus erw\u00e4hlten Geistlichen an katholischen Bischofkirchen. Angeln (s. d.) geh\u00f6rte als eigene Propstei zum Bistum Schleswig. Um 1250 bildete sich dort das Domkapitel als Beirat des Bischofs aus zun\u00e4chst 8, sp\u00e4ter 24 Domherren.<br>Das Domkapitel in Schleswig besa\u00df umfangreiche L\u00e4ndereien und D\u00f6rfer wie F\u00fcssing und Taarstedt. Das Grundeigentum des Domkapitels in Angeln war auf Vogteien aufgeteilt: Ulsnis; Berend; Gr\u00f6dersby und Gammelbygaard. Ende des Mittelalters war das Domkapitel in Schleswig verm\u00f6gender und einflussreicher als der Bischof. Es hatte im Herzogtum Schleswig den gr\u00f6\u00dften Grundbesitz, wovon mehr als die H\u00e4lfte in Angeln lag; 183 Pfl\u00fcge.<br>An der Spitze standen drei Pr\u00e4laten die vom Kapitel gew\u00e4hlt wurden. Der Propst vertrat das Kapitel nach au\u00dfen und leitete die Kapitelversammlungen. Zweith\u00f6chster war der Archidiakon, der die geistliche Gerichtsbarkeit inne hatte und Kanzler und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Kapitels war. Ihm unterstand die Popstei Angeln. Der Kantor hatte gottesdienstliche Pflichten.<br>Siehe auch unter Dignit\u00e4re, Gerichtsbarkeit, Harde, Postwesen.<br><br><strong>Domsm\u00e4nner<\/strong><br>Neben den Richtern und Gerichtsbeisitzern wurden bei Verhandlungen in den Harden regelm\u00e4\u00dfig noch drei Domsm\u00e4nner als Gerichtszeugen t\u00e4tig. Sie mussten bezeugen, das beim Thing alles mit rechten Dingen zuging.<br><br><strong>Dom zu Ribe (Ripen)<\/strong><br>Evangelisch-lutherische Bischofskirche in Ribe\/D\u00e4nemark. Sie war das einzige f\u00fcnfschiffige Kirchenbauwerk und die gr\u00f6\u00dfte Kirche D\u00e4nemarks. Nach der nicht mehr bestehenden Kirche von Haitabu (s. d.) war der Dom in Ribe der \u00e4lteste Kirchenort Nordeuropas. Die erste, eine Holzkirche, wurde im Jahre 860 von Aspostel Ansgar gegr\u00fcndet, das Bistum Ribe 948.<br>Um 1100, zur Zeit Bischof Thure\u00b4s, begann man mit dem Aufbau der Steinkathedrale. Um 1250 galt die dreischiffige Basilika mit Querhaus und Westt\u00fcrmen als fertig gestellt. Baumaterial war Tuffstein aus K\u00f6ln. Nur der Sockel besteht aus heimischem Granit.<br>1283 st\u00fcrzte der n\u00f6rdliche Treppenturm ein und an seiner Stelle entstand ein 52 m hoher Backsteinturm der 1333 fertig gestellt wurde.<br>Mit Einf\u00fchrung der Reformation 1536 wurde der Dom eine B\u00fcrgerkirche.<br>W\u00e4hrend in der Renaissance- und Barockzeit das Innere der Kirche immer pr\u00e4chtiger ausgestattet wurde, verfiel der Bauk\u00f6rper immer mehr. Das galt besonders f\u00fcr die Zeit nach dem Schwedenkrieg Mitte des 17. Jh. Es folgten Reparaturen und Restaurierungen.<br><br><strong>Dom zu Schleswig<\/strong><br>Der St. Petri-Dom in Schleswig ist einer der bedeutendsten Baudenkm\u00e4ler Schleswig-Holsteins. Er ist die Predigtkirche des Bischofs des Sprengels Schleswig.<br>Im Jahr 947, nach Gr\u00fcndung des Bistums Schleswig wurde ein erster Dom in Schleswig gebaut. Seine Lage und Gr\u00f6\u00dfe ist nicht bekannt.<br>1134 legte man den Grundstein f\u00fcr die neue dreischiffige romanische Basilika. Die Bauarbeiten wurden erst 1200 abgeschlossen.<br>Baumaterial war Granit und Tuffstein aus dem Reingebiet und Backstein.<br>1275 st\u00fcrzten zwei T\u00fcrme und einige Teile der Basilika ein. 1300 wurde der hochgotische Hallenchor und der Schwall gebaut.<br>Von 1200 bis 1408 wurde die sp\u00e4tgotische Hallenkirche gebaut und im 16. Jh. vollendet. Erst 1894 erhielt der Dom seine endg\u00fcltige Form.<br>Zentrale Ereignisse im und am Dom waren das glanzvolle Kr\u00f6nungsfest K\u00f6nig Waldemar III. am 24. 6. 1218. Aber auch ein K\u00f6nigsmord geh\u00f6rte zu diesen Ereignissen.<br>Im Jahr 1134 erschlugen die Mitglieder einer Schleswiger Kaufmannsgilde Knudsgilde s. d.) im Dom den d\u00e4nischen K\u00f6nig Nils.<br>1250 lie\u00df der missg\u00fcnstige Herzog Abel seinen Brudr, den d\u00e4nischen K\u00f6nig Erich Plogpenning in Schleswig umbringen.<br>Im Dom begraben ist auch K\u00f6nig Friedrich I. von D\u00e4nemark.<br><br><strong>Donativ<\/strong><br>1) Urspr\u00fcnglich Geldgeschenk des r\u00f6mischen Kaisers an seine Soldaten. Galt als Bestechungsgeld f\u00fcr Treue.<br>2) Au\u00dfergew\u00f6hnliche Gabe an die Soldaten aus Anlass der Thronbesteigung eines K\u00f6nigs.<br><br><strong>Dorfdinge<\/strong><br>Bauernversammlung. Sie legte f\u00fcr die Feldgemeinschaft (s. d.) und die Allmende (s. d.) Zeiten f\u00fcr den Beginn und das Ende von T\u00e4tigkeiten (Bodenbearbeitung, Bestellung, Ernte usw,) fest.<br><br><strong>Dorfmark<\/strong><br>Nach dem J\u00fctschen Recht (s. d.) in mehrere Ackerflure (Gewanne) aufgeteilte Fl\u00e4chen, die jeder f\u00fcr sich einheitlich bebaute. Der unbebaute Teil der Dorfmark diente als Gemeindeweide, der bebaute Teil musste durch Z\u00e4une gesch\u00fctzt werden. F\u00fcr Roggensaat zu Ostern oder fr\u00fcher und f\u00fcr die Fr\u00fchlingssaat zu Pfingsten. Sie mussten bis Ende September stehen bleiben.<br>Die Dorfmark wurde durch Markgrenzen (Grenzsteine) abgegrenzt.<br><br><strong>Dorfv\u00f6gte<\/strong><br>In westlichen Harden den Kirchspielv\u00f6gten (s. d.) zugeordnete Helfer. Sie wurden vom Kirchspielvogt vorgeschlagen. Der Hardesvogt gab den Vorschlag an die \u00c4mter weiter von denen die Ernennung f\u00fcr 6 Jahre erfolgte.<br>Sie f\u00fchrten die Dorfrechnung und hatten Stimmrecht.<br>Dorfrechnung<br>Auch Nachbarschaftsrechnung genannt. Eine seit der Zeit der Allmende am Martinstag (10. November) gehaltene Bauernversammlung. An diesem Tag wurden die Weidegelder verrechnet, die Wege- und Gr\u00e4benunterhaltung besprochen, gemeinsam die Br\u00fcche (Strafen f\u00fcr Fehlverhalten) festgelegt, Absprachen f\u00fcr das kommende Jahr getroffen, \u00c4mter vergeben und anschlie\u00dfend gefeiert. Geleitet wurde die Versammlung die wechselnd bei einem der Bohlsleute auf dessen Bohlstelle stattfand vom Bauernvogt (s. d.)<br><br><strong>Dracht<\/strong><br>Schultertrage aus Holz. An jeder Seite hing je eine Kette, an der man die Last (K\u00f6rbe, Eimer) tr\u00e4gt.<br><br><strong>Drag \/ Draf<\/strong><br>Z\u00e4hlma\u00df. = 20 Schoof = 60 Garben, ungedroschen<br><br><strong>Dreesch<\/strong><br>In der ackerbaulichen Fruchtfolge die Zeit der Selbstbegr\u00fcnung durch ausfallende Samen der Vorfrucht und zugewehte Samen als Weide f\u00fcr die Tiere.<br><br><strong>Dreifelderwitschaft<\/strong><br>Landwirtschaftliche Bewirtschaftung von Ackerfl\u00e4chen in Form des Fruchtwechsels (s. d.) (Brache &#8211; Winterkorn &#8211; Sommerkorn) zur Aufrechterhaltung der Bodenfruchtbarkeit.<br><br><strong>Dreiklassenwahlrech<\/strong>t<br>Form des Wahlrechts von 1849 bis 1918 das sich nach der H\u00f6he der gezahlten Steuern richtete. Wahlberechtigt waren bis dahin grunds\u00e4tzlich nur Besitzer von Grund und Boden die Steuern zahlten.<br>Ab 1849 war jeder m\u00e4nnliche Preu\u00dfe der das 24. Lebensjahr vollendet hatte wahlberechtigt.<br>Die Gesamtsumme aller Steuerzahlenden wurde durch drei geteilt. Wahlberechtigte, die ein Drittel der Gesamtsumme aufbrachten geh\u00f6rten zur 1. Wahlklasse, die das 2. Drittel aufbrachten zur 2. Klasse und die restlichen zur 3. Klasse. Jede Klasse w\u00e4hlte ein Drittel der Gemeindevertretung. Es war nicht so gerecht wie es scheint. Der 1. Klasse geh\u00f6rten nur um die 3 &#8211; 4 %, der 2. Klasse um die 10 &#8211; 15 % und der 3. Klasse 81 &#8211; 85 % der Wahlberechtigten an. Da jede Klasse ein Drittel w\u00e4hlte, war der Einfluss der Wenigen der 1. Klasse bedeutend gr\u00f6\u00dfer, als der der 3. Klasse.<br><br><strong>Dreilande<\/strong><br>Die Halbinsel Eiderstedt entstand durch die Eindeichung dreier Inseln, der Insel Utholm, der Insel Eiderstedt und der Insel Everschop die urspr\u00fcnglich eigenst\u00e4ndige Harden waren. Darum nennt man Eiderstedt auch oft &#8222;Dreilande&#8220;.<br><br><strong>Drell<\/strong><br>Angelsche hochrote oder maigr\u00fcne Nationaltracht der Frauen.<br>Sie galt aber sp\u00e4ter in Angeln als verp\u00f6nt. &#8222;Rot und Gr\u00fcn ist Bauerntracht, wer es tr\u00e4gt wird ausgelacht.&#8220;<br><br><strong>Drellweber \/ Drillenweber<\/strong><br>Beruf. Er fertigte Drillichgewebe.<br><br><strong>Dresch\u00e4cht<\/strong><br>Deputat f\u00fcr M\u00e4gde in Form von Kleidungsmaterial (Flachs, Wolle, Leinen)<br><br><strong>Dr\u00f6mpt<\/strong><br>Altes Getreidema\u00df. 1 Dr\u00f6mpt = 12 Scheffel; 8 Dr\u00f6mpt = 1 Last.<br><br><strong>Drost<\/strong><br>1) Adeliger Verwalter einer Vogtei, Vertreter des Landesherrn, eine Art Landrat oder Landvogt.<br>2) Neue sprachliche Form von Truchsess der bei Hof f\u00fcr die Fahrhabe (s. d.) zust\u00e4ndig war.<br>3) Die Grafen in Holstein und Pinneberg bezeichneten ihren Statthalter in der Grafschaft als Drost oder Landdrost.<br>4) H\u00f6chster Verwaltungsbeamter im Herzogtum.<br><br><strong>Dr\u00fclt<\/strong><br>Sehr altes Gut in der Gemeinde Stolteb\u00fcll. Im Wesentlichen handelte es sich um einen Dreiseithof (s. d.) mit gro\u00dfem Herrenhaus. 1801\/1804 wurden die abgebrannten Scheunen seitlich wieder aufgebaut. Urkundlich wurde Gut Dr\u00fclt 1397 das erste Mal genannt als Ritter Erich Krummendiek auf Rundhof seinen Besitz nach S\u00fcden hin wesentlich erweiterte. Seitdem standen die beiden G\u00fcter in enger Verbindung zueinander. Zur Wende zum 19. Jh. wurde Dr\u00fclt selbstst\u00e4ndig.<br>1800 brannte der alte Hof nieder. 1806 wurde das Herrenhaus gebaut.<br>Die Herren von Rumohr auf Dr\u00fclt waren sehr lese- und b\u00fccherfreundlich. Die heute zwei R\u00e4ume umfassende Bibliothek enth\u00e4lt 11.000 B\u00e4nde.<br><br><strong>Duburg<\/strong><br>Eine 1411 unter K\u00f6nigin Margarethe I. auf dem Marienberg in Flensburg errichtete Burg aus dem 15. Jh. Zun\u00e4chst als Marienburg, sp\u00e4ter benannt nach ihrem Baumeister Jens Due.<br>Sie geh\u00f6rte bis 1875 nicht zu Flensburg sondern zum Kirchspiel Handewitt.<br>Der Baubeginn fiel mit der Auseinandersetzung zwischen Holsteinern und D\u00e4nen um die Vormacht im Herzogtum Schleswig zusammen. Mehrmals wurde die Stadt Flensburg und die Duburg belagert.<br>1412 scheiterte der Versuch K\u00f6nig Erich von Pommerns; 1422 scheiterte auch Herzog Heinrich und 1427 die Hanse mit Schauenburgern die Duburg einzunehmen. Zwei Wochen wurde sie ohne Erfolg belagert und alle Sturmversuche scheiterten.<br>Am 25. M\u00e4rz 1431 wurde Flensburg gest\u00fcrmt. Duburg konnte sich noch bis zum 1. September widersetzen, wurde dann aber durch Aushungerung zur Kapitulation gezwungen.<br>1645 bis 1648 diente die Duburg Kronprinz Friedrich dem Stadthalter K\u00f6nigs Christian IV. zur Hofhaltung.<br>Um 1500 beherbergte sie das Amt Flensburg.<br>Von 1719 bis 1725 wurde die Duburg abgerissen.<br><br><strong>D\u00fcppel<\/strong><br>Schlachtort in D\u00e4nemark Nahe Sonderburg.<br>Am 5. 6. 1848 unternimmt General von Wrangel einen Angriff auf die D\u00fcppeler H\u00f6hen, der misslingt.<br>Eine zweite Schlacht findet w\u00e4hrend des Deutsch-D\u00e4nischen Krieges 1864 statt. 11.000 D\u00e4nen standen 37.000 Soldaten des Deutschen Bundes gegen\u00fcber. Nach fast f\u00fcnfw\u00f6chiger Belagerung unterlagen am 18. 4. 1864 die D\u00e4nen. Infolge dieser Niederlage mussten die D\u00e4nen die Herzogt\u00fcmer Schleswig, Holstein und Lauenburg an die Preu\u00dfen abtreten.<br>Die Schlacht bei D\u00fcppel war auch deshalb interessant, weil hier zum ersten Mal \u00fcberhaupt das Rote Kreuz ( s. d.) durch Hilfseins\u00e4tze im Krieg auf dem Schlachtfeld aktiv wurde und Verwundeten beider Seiten half.<br><br><strong>Dutzend<\/strong><br>Z\u00e4hlma\u00df = 12 St\u00fcck.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>C Calcant \/KalkantBlasebalgtreter. Helfer der beim Orgelspiel die Luftversorgung durch Bedienen der B\u00e4lge besorgte. Camisol \/ Kamisol \/ CamisohlDas Camisol war eine Art \u00c4rmelweste mit niedrigem Stehkragen mit einer Reihe blanker Kn\u00f6pfe f\u00fcr M\u00e4nner, die bis zu den Knien reichen konnte und gegen Ende des 17. Jh. aufkam.In Angeln war sie Volkstracht der M\u00e4nner. 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